Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTENBesorgnis über Invasion der Ukraine USA: "Sind auf alle Eventualitäten vorbereitet"

Besorgnis über Invasion der Ukraine USA: "Sind auf alle Eventualitäten vorbereitet"

- Anzeige -


Bilaterale Gespräche in Genf sollen die Ukraine-Krise entschärfen, doch Moskau wertet die Verhandlungen als Enttäuschung. Nun signalisieren die USA erneut Verhandlungsbereitschaft. Gleichzeitig betont Washington, auch auf eine russische Invasion in der Ukraine vorbereitet zu sein.

Nach Krisengesprächen zwischen Russland und westlichen Ländern haben die USA Moskau erneut vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt gewarnt. Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Donnerstag mit Blick auf den russischen Truppeneinsatz an der Grenze zur Ukraine: „Es ist sicherlich so, dass das Risiko einer militärischen Invasion hoch ist.“ Bislang seien die Geheimdienste jedoch nicht zu dem Schluss gekommen, „dass die Russen endlich entschieden haben, in der Ukraine militärisch vorzugehen“.

Sullivan forderte Moskau erneut auf, die Truppen in der Region zu deeskalieren und zu reduzieren. Der nationale Sicherheitsberater der USA sagte: „Wir und unsere Verbündeten sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Dies gilt sowohl für diplomatische Verhandlungen als auch für den Fall, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine militärische Eskalation anstrebt.

„Wir haben Russland sehr deutlich gemacht, was die Kosten und Folgen weiterer Militäraktionen oder der Destabilisierung der Ukraine sind.“ Sullivan drohte Moskau erneut mit Wirtschafts- und Finanzsanktionen, Exportkontrollmaßnahmen und einer Aufrüstung der Ukraine, „falls das russische Militär die ukrainische Grenze überschreitet“.

Vertreter der 30 Nato-Staaten und Russlands haben am Mittwoch erstmals seit zweieinhalb Jahren Gespräche geführt – über den Ukraine-Konflikt und Sicherheitsgarantien, die Moskau vom transatlantischen Militärbündnis fordert. Am Donnerstag fand auch ein Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. Am Montag fand in Genf ein hochrangiges Treffen von Vertretern Russlands und der Vereinigten Staaten statt.

Russland sieht seine Sicherheit durch die Nato bedroht und fordert daher ein Ende der Nato-Osterweiterung und insbesondere einen Verzicht auf die Mitgliedschaft der Ukraine. Die USA lehnen eine solche Verpflichtung kategorisch ab. Westliche Länder hingegen sind alarmiert über den russischen Truppenaufmarsch nahe der Ukraine.

Sullivan sagte: „Die Gespräche waren offen und direkt, sie waren nützlich.“ Die USA würden sich nun mit ihren Verbündeten über das weitere Vorgehen beraten. Derzeit gibt es keine Termine für neue Gespräche mit Russland. Moskau war von den Verhandlungen enttäuscht. Nach Angaben der Agentur Interfax sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow, es gebe vorerst keine neuen Gespräche mit den USA.

In Bezug auf die mögliche Stationierung russischer Truppen in Kuba und Venezuela sagte Sullivan: „Wenn Russland sich in diese Richtung bewegen würde, würden wir entschlossen handeln.“ Einzelheiten nannte er nicht. Die Regierung in Moskau hatte einen solchen Schritt nicht ausgeschlossen, sollten Gespräche über verbindliche Sicherheitsgarantien scheitern. Ob es Kompromisse geben könnte, ist noch unklar.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare