Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Biden, Lula und die neidische EU COP27 war enttäuschend, aber das ist dieses Jahr okay!

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Die Reaktionen auf die Weltklimakonferenz in Ägypten sind ernüchternd. Regression konnte verhindert werden, Scheitern – mehr nicht. Tatsächlich ist in Sharm el Sheikh ein Wandel zu beobachten, dessen Ambitionen selbst die ansonsten grüne EU zu überraschen scheinen.

Die Reaktionen auf die Weltklimakonferenz in Ägypten sind ernüchternd. „Wir konnten einen Rückschritt hinter den Konsens von Glasgow und Paris verhindern“, resümierte Außenministerin Annalena Baerbock die COP27. „In Sharm el Sheikh wurde ein Scheitern verhindert“, sagte Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Tatsächlich gab es nur einen wirklichen Schritt nach vorn: Nach jahrelangen Diskussionen gaben die reichen Länder ihren Widerstand auf und einigten sich auf einen gemeinsamen Geldtopf, aus dem die Klimaschäden in ärmeren Ländern bezahlt werden sollen.

Doch auch mit dieser Vereinbarung streiten sich Konferenzteilnehmer gerne Lisa Göldner Greenpeace stellt klar: „Wo soll dieses Geld gesammelt und wie soll es eigentlich verteilt werden?“ fragt sie im „Klimalabor“ von ntv.

Dennoch war bei der COP27 eine Wende zu erkennen, die allerdings nicht in Ägypten, sondern anderswo auf der Welt initiiert wurde: Vor einigen Wochen haben die brasilianischen Wähler Präsident Jair Bolsonaro abgesetzt. Mit „böswilligen und verantwortungslosen“ Taschenspielertricks versucht er immer noch, sich vor Gericht im Amt zu halten. In Sharm el Sheikh aber war bereits der neue, grüne Brasilianische Wind zu spüren: Bolsonaros gewählter Nachfolger Lula da Silva war zu Besuch und wurde bei seiner Ankunft wie ein Messias empfangen – unter anderem, weil er mit ihm ein neues Regenwald-Bündnis unterzeichnet hatte Indonesien und die Demokratische Partei Republik Kongo im Gepäck hatten.

Auch US-Präsident Joe Biden legte auf seinem Weg zum G20-Gipfel in Indonesien einen Zwischenstopp in Ägypten ein. Wenige Tage nachdem überraschend viele US-Wähler bei den Midterm Elections für die Demokraten und vor allem die jungen Amerikaner gestimmt hatten, auch für den Klimaschutz. Wenige Monate nachdem Biden und seine Demokratische Partei ein gigantisches Klimaschutzpaket verabschiedet hatten. Wenige Jahre nachdem Ex-Präsident Donald Trump im Namen der USA das Pariser Klimaabkommen gekündigt hatte.

Fortschritte, die vom bisherigen Klimaführer Europa offenbar nicht erwartet wurden: Seit einigen Wochen beklagen die EU-Kommission, die Franzosen und auch die Bundesregierung unfaire Wettbewerbsvorteile für amerikanische Unternehmen und Übersubventionierung. Denn die US-Regierung lockt mit Steuererleichterungen im Wert von 400 bis 800 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu wirkt selbst das ambitionierte Osterpaket von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck winzig. Die deutsche Industrie blickt daher auch neidisch auf die USA und drängt bereits öffentlich auf eine europäische Version des amerikanischen Klimabooms.

Obwohl angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nach jahrelangem Nichtstun in Deutschland Erstaunliches passiert ist, was lange als unmöglich galt: Es sind ein Osterpaket mit ehrgeizigen Ausbauzielen für erneuerbare Energien. Busse und Züge Wille plötzlich mit Milliarden finanziert. Gas- und Stromverbrauch Waschbecken klar.

Es sei „total faszinierend“, sagt Lisa Göldner von Greenpeace im „Klimalabor“. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Das zeigt, dass es funktionieren kann, wenn der Wille groß genug ist.“

Fortschritt und Wandel sind keineswegs auf Europa und Nordamerika beschränkt. China hat vor wenigen Wochen den Bau eines gigantischen Offshore-Windparks angekündigt, dessen installierte Leistung von 43 Gigawatt theoretisch ganz Norwegen mit Strom versorgen könnte. Vietnam bereitet mit finanzieller Unterstützung Großbritanniens und der EU seinen milliardenschweren Ausstieg aus der Kohleverstromung vor – ebenso wie Indonesien und Südafrika.

Auf der COP27 gab es keinen großen Wurf. Aber für einmal ist das okay, denn noch nie war es so deutlich wie in diesem Jahr: Auch die Allerletzten scheinen den Weg des Klimaschutzes eingeschlagen zu haben. Und wer die kalten Stimmen aus Europa hört, darf hoffen, dass aus dem grünen Marsch bald ein Rennen wird.



Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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