Sonntag, Oktober 17, 2021
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Blog zur Regierungsbildung Lauterbach fordert Legalisierung von Cannabis

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Jahrelang war er dagegen, nun kommt er zu einem anderen Schluss: Karl Lauterbach plädiert für die Legalisierung von Cannabis. Einen Grund dafür nennt auch der Gesundheitsexperte der SPD. Alle Infos im Newsblog.

Nach der Bundestagswahl prüfen SPD, Grüne und FDP die Bildung der ersten Ampelkoalition auf Bundesebene. Eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP scheint vorerst vom Tisch zu sein. Die CDU steckt nach ihrer Wahlniederlage in einer tiefen Krise. Nun will sich die Partei erneuern, doch das Vorgehen ist umstritten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich in einem möglichen Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP für eine Legalisierung von Cannabis aus. „Ich habe mich jahrelang geweigert, Cannabis zu legalisieren. Inzwischen bin ich als Arzt zu einem anderen Schluss gekommen: Immer häufiger werden dem illegal verkauften Straßen-Cannabis neue Heroinsorten zugesetzt, die man rauchen kann. Das treibt Cannabis schnell an Nutzer in eine Heroinsucht.“ Lauterbach sagte der Zeitung „Rheinische Post.

Die Legalisierung von Cannabis würde den Handel mit verseuchtem Haschisch stoppen. „Ich bin daher dafür, dass wir in einem möglichen Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP einen Passus zur legalen und kontrollierten Verteilung von Cannabis an Erwachsene formulieren.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert von der nächsten Bundesregierung die Einführung einer Benzinpreisbremse. „Rund zwei Drittel des Benzinpreises werden vom Staat mit Steuern und Abgaben beeinflusst“, sagt der CSU-Politiker der „Bild“-Zeitung. „Der Staat muss daher spätestens bei einem Preis von 1,99 Euro pro Liter eingreifen und im Gegenzug die Steuern senken.“ Er forderte FDP-Chef Christian Lindner auf, in den Gesprächen um ein Ampelbündnis eine entsprechende Preisbremse umzusetzen.

CDU-Bundesvizepräsident Thomas Strobl geht davon aus, dass Parteichef Armin Laschet auch bei einer Jamaika-Koalition nicht mehr Bundeskanzler wird. Wenn Grüne und FDP solche Gespräche führen wollten, sei Laschet als CDU-Vorsitzender nach wie vor die erste Anlaufstelle, sagte Strobl. „Wer dann solche Verhandlungen führt, sollte sich sehen lassen.“ Es ist auch nicht automatisch so, dass Laschet bei einer Koalition mit Grünen und FDP Kanzlerkandidat wäre.

Strobl schätzt die Chancen auf eine Jamaika-Koalition als „sehr gering“ ein – wegen der verlorenen Bundestagswahl, aber auch wegen der mangelnden Professionalität der Union in den Vorrunden mit Grünen und FDP. Er sei sauer, weil entgegen der Vereinbarung Informationen aus den Gesprächen mit den Grünen aus der Union durchgesickert seien. „Das ist peinlich“, sagte Strobl.

Nach eineinhalb Tagen Vorsondierung für eine mögliche Ampelkoalition haben die Parteisekretäre Erklärungen abgegeben. Bis Freitag wollen sie ein Basispapier erarbeiten, das den Weg für eine mögliche Koalition ebnen soll. Lesen Sie hier mehr darüber.

FDP-Chef Christian Lindner kommt zum Treffpunkt: Angeblich sollen am Dienstag drei Themen besprochen werden.  (Quelle: dpa / Christophe Gateau)FDP-Chef Christian Lindner kommt zum Treffpunkt: Angeblich sollen am Dienstag drei Themen besprochen werden. (Quelle: Christophe Gateau / dpa)

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben am Dienstag in Berlin mit dem zweiten Tag intensiver Erkundungen zur Bildung einer Ampelkoalition begonnen. Drei Themen sollen laut Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) diskutiert werden. Am Montag hatten die Entdecker rund zehn Stunden lang beraten. Am frühen Dienstagnachmittag wollen die drei Parteien über den Stand der Erkundungen informieren. Eine dritte Gesprächsrunde und der Abschluss der Erkundungen sind für Freitag geplant. In Verhandlungskreisen hieß es, dies sei angesichts der Themenfülle ein ambitionierter Plan. Auf die Stimmung angesprochen, sagte FDP-Chef Christian Lindner am Dienstag vor Beginn der weiteren Beratungen nur: „Schwierig“.

Um zeitsparende Gespräche zu ermöglichen, haben sich die drei Parteien am Montag darauf verständigt, die Sondierungsrunden in möglichst kleinen Gruppen abzuhalten. Je nach Thema soll nur ein Fachpolitiker in den Kern der Parteiführung aufgenommen werden. Anders als am Montag kamen die Parteivorsitzenden der Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, diesmal nicht zusammen mit Lindner und FDP-Generalsekretär Volker Wissing zum Verhandlungsort auf der Berliner Messe.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Agnieszka Brugger, hält eine Einigung der Ampelparteien in der Außen- und Sicherheitspolitik für möglich. Dies gelte angesichts des zunehmenden finanziellen Spielraums auch für die künftige Ausrüstung der Bundeswehr, sagte Brugger dem Sender RTL/ntv. „Aber ich habe in keinem Parteiprogramm gelesen, dass irgendjemand 20 Prozent kürzen will“, fügte sie hinzu.

Gewerkschaften der Polizei warnen die Verhandlungsführer von SPD, Grünen und FDP vor einer Legalisierung von Cannabis. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), es mache keinen Sinn, neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol die Tür zu einer weiteren „gefährlichen und oft verharmlosen“ Droge zu öffnen . „Es muss ein Ende haben, den Joint zu beschönigen“, sagte er. Der Konsum von Cannabis kann insbesondere bei jungen Menschen zu erheblichen gesundheitlichen Problemen und sozialen Konflikten führen.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagte der Zeitung, Cannabis sei nicht nur eine gefährliche Einstiegsdroge, sondern auch eine Gefahr, insbesondere für junge Menschen, da seine Zusammensetzung nicht kontrollierbar sei. Wendt befürchtet vor allem im Straßenverkehr fatale Folgen: „Wenn bald Menschen mit Bekifften am Straßenverkehr teilnehmen, haben wir ein Problem.“ Unfälle mit unschuldig Verletzten ereignen sich bereits immer wieder wegen Cannabiskonsums; die Kontrolle durch die Polizei ist völlig unzureichend.

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