Sonntag, Oktober 2, 2022
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Braunkohlekraftwerk blockiert Klimaaktivisten legen Stromproduktion lahm

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In Brandenburg blockieren Klimaaktivisten der „Unfreiwilligen Feuerwehr“ ein Braunkohlekraftwerk. Sie ketten sich an Kohleförderbänder und Eisenbahnschienen. Der Betreiber spricht von einem „Angriff auf die Versorgungssicherheit“.

Nach der Blockade des drittgrößten Braunkohlekraftwerks Deutschlands durch Klimaaktivisten hat die Polizei im brandenburgischen Jänschwalde mit der Evakuierung begonnen. Die Beamten waren mit einem größeren Aufgebot im Einsatz und nahmen mehrere Aktivisten in Gewahrsam. Der Betreiber Leag hat zwei Kraftwerksblöcke vorübergehend stillgelegt. Gegen Mittag gingen drei von vier Blöcken wieder ans Netz und produzierten den Angaben zufolge Strom. Es gab keine Stromausfälle. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen von der CDU verurteilte die Blockade als Sabotageakt.

Die Umweltschützer waren am Morgen auf das Gelände des Kraftwerks eingedrungen. Die Gruppe „Unfreiwillige Feuerwehr“ teilte am Vormittag mit, rund 40 Menschen seien auf dem Gelände und blockierten unter anderem den Kohlebunker und die Gleisanschlüsse zum Kraftwerk. „Wir nehmen den Kohleausstieg hier und jetzt selbst in die Hand“, sagten Aktivisten vor Ort. Das Werk liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Cottbus.

Der Sprecher des Energiekonzerns Leag, Thoralf Schirmer, bestätigte, dass sich Aktivisten am sogenannten Grabenbunker aufhielten, wo Kohle gelagert wird. Er sprach von einem „Angriff auf die Versorgungssicherheit“. Seinen Angaben zufolge mussten zwei Blöcke wegen der Belegung von Kohleförderern komplett vom Netz genommen werden. Laut Leag war die Hälfte des Kraftwerks nicht in Betrieb – das bedeutete eine Einsparung von einem Gigawatt.

Laut einem Polizeisprecher war der Einsatz zeitaufwändig, weil es schwierig war, die angeketteten Klimaaktivisten von den Gleisen und Förderanlagen zu lösen. Zur genauen Zahl der Personen auf dem Gelände machte die Polizei zunächst keine Angaben. „Es ist klar, dass es sich um eine Straftat handelt“, sagte der Polizeisprecher. Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Dienstes und Hausfriedensbruch.

In wenigen Tagen sollen zwei weitere Kraftwerksblöcke in Jänschwalde, die in Bereitschaft sind, für die Energieversorgung reaktiviert werden. Eine entsprechende Entscheidung des Landesamtes für Umwelt (LfU) steht nach Prüfung der Einwände gegen eine Ausnahmegenehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Blöcke E und F noch aus.

Klimaaktivisten setzten ihren Protest auch am Montag in Berlin fort. Nach Angaben der Polizei blockierten zunächst rund 50 Männer und Frauen die Kreuzung Unter den Linden an der Ecke Friedrichstraße in der Nähe des Brandenburger Tors. Wenig später versammelten sich laut Polizei rund 100 Menschen am Potsdamer Platz und errichteten einen rosafarbenen Turm, der einer Bohrinsel ähnelte. Die Initiative Extinction Rebellion sagte, die Aktionen sollten die unzureichende Klimapolitik der Bundesregierung und ihre Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle anprangern.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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