Sonntag, August 14, 2022
StartNACHRICHTENBritischer Junge im Koma Archies Eltern scheitern vor Oberstem Gericht

Britischer Junge im Koma Archies Eltern scheitern vor Oberstem Gericht

- Anzeige -


Die Eltern des komatösen 12-Jährigen haben beim Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs Berufung eingelegt, nachdem ein Berufungsgericht eine Berufung der Vereinten Nationen abgelehnt hatte. Das blockiert aber auch den erneuten Rettungsversuch. Seine Mutter will „bis zum bitteren Ende“ kämpfen.

Im Kampf um das Leben eines todkranken Jungen in England sind seine Eltern in letzter Instanz vor Gericht gescheitert. Der Oberste Gerichtshof in London hat heute einen Antrag abgelehnt, mit dem die Eltern wollten, dass Archie die Lebenserhaltung fortsetzt. Archie erlitt im April bei einem häuslichen Unfall schwere Hirnverletzungen – möglicherweise während einer Tiktok-Wage. Seitdem liegt der 12-Jährige im Koma.

Mehrere britische Gerichte entschieden, dass die Ärzte den Jungen sterben lassen könnten. Dies sei in seinem besten Interesse, hieß es zur Begründung. Anfang dieser Woche kontaktierte Archies Familie einen UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, der forderte, dass die Maßnahmen fortgesetzt werden, bis der Antrag geprüft wurde. Die Gerichte mussten dem Antrag jedoch nicht folgen. Nun soll der Rechtsweg erschöpft sein.

Die Richter des Obersten Gerichtshofs wiederholten das frühere Urteil des Berufungsgerichts und sagten, dass die Lebenserhaltung das Sterben nur verlängern würde, da keine Aussicht auf eine echte Genesung bestehe. Man mache sich diese Entscheidung nicht leicht und spreche Archies Eltern „tiefes Mitgefühl“ aus.

„Es ist skandalös, wirklich beschämend“, sagte Archies Mutter nach der Entscheidung vor Journalisten vor dem Krankenhaus in East London, in dem der 12-Jährige festgehalten wird. Der Gesundheitszustand ihres Sohnes verbessert sich und in anderen Ländern hätte die Familie ganz andere Möglichkeiten. Sie sei zutiefst enttäuscht und werde „bis zum bitteren Ende kämpfen“, aber es fühle sich wie das „Ende der Fahnenstange“ an.

Wann Archies Geräte abgeschaltet werden, war zunächst unklar. Der Fall erinnert an ähnliche Streitigkeiten um todkranke Kinder in Großbritannien. Das finanziell angeschlagene britische Gesundheitswesen stellt die Lebenserhaltung oft viel früher ein, als dies in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen nicht in gleichem Maße berücksichtigt. Was im besten Interesse des Patienten ist, wird oft von Richtern auf Empfehlung medizinischer Fachkräfte entschieden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare