Montag, November 29, 2021
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BUND kritisiert weitere Förderung von Plug-in-Hybriden

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Dass die Ampelkoalition Plug-in-Hybride weiter subventionieren will, kritisieren Umweltschützer als „klimapolitisch falschen Weg“. Wie oft die Autos tatsächlich rein elektrisch gefahren werden, bleibt umstritten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Ampelpläne für weitere staatliche Förderungen für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge kritisiert. „Dass der Kauf von Plug-in-Hybriden bis Ende nächsten Jahres ohne Vorgaben gefördert werden soll, ist klimapolitisch ein Fehler“, sagte Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik der Deutschen Presse-Agentur.

Konzerninterne Fehleinschätzungen bei der Komponentenbeschaffung dürften hierfür keine Legitimation liefern, sagte Hilgenberg mit Blick auf Materialengpässe in der Automobilindustrie und lange Wartezeiten für Kunden. „Alle Arten von Kaufzuschüssen und Steuervorteilen für Plug-in-Hybride müssen auf Null reduziert werden.“

Plug-in-Hybride kombinieren einen Elektroantrieb mit einem Verbrennungsmotor. Das Ziel: In der Stadt sollen die Fahrzeuge elektrisch und emissionsfrei gefahren werden, schließlich kann der Verbrennungsmotor über lange Strecken genutzt werden. Umstritten ist, wie oft diese Fahrzeuge tatsächlich rein elektrisch gefahren werden. Plug-in-Hybride sind oft schwere SUVs.

Auch die Kombination aus dem hohen Gewicht der Batterien für den Elektroantrieb und dem klimaschädlichen Verbrennungsmotor ist umstritten. Wer sein Plug-in-Hybridfahrzeug nicht auflädt und stattdessen den Elektromotor nur als Ballast transportiert, wird am Ende nicht weniger, sondern mehr Emissionen produzieren.

Mitte 2020 wurde vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie beschlossen, die Kaufprämie („Umweltbonus“) für Elektrofahrzeuge durch einen Innovationsbonus bis Ende 2021 zu verdoppeln. Der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und die FDP stellt nun fest, dass der staatliche Innovationsbonus nach bisheriger Regelung unverändert bis Ende 2022 fortgeführt werden soll, insbesondere wegen bestehender Lieferschwierigkeiten der Hersteller bestellter Plug-in-Hybride.

Anschließend soll die Förderung von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden so grundlegend reformiert werden, dass sie ab 2023 nur noch für Fahrzeuge mit „nachweislich positiver Klimaschutzwirkung“ vergeben wird. Bei der anvisierten Begrenzung sei allerdings zu befürchten, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge flächendeckend bewertet werden, sagt Umweltschützer Hilgenberg: „Hier braucht es zumindest klare Vorgaben zu Größe, Strom- und Ressourcenverbrauch des Investierens Verkehr.“

Nach Angaben der Ampelparteien wird der Innovationsbonus über Ende 2025 hinaus nicht mehr benötigt. Dies lässt offen, ob es danach noch die „normale“ staatliche Kaufprämie geben wird. Der verdoppelte Staatsanteil beim Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden hatte zu einem starken Anstieg der Neuzulassungen geführt.

„Allein im ersten Halbjahr 2021 machten Plug-in-Hybride über 50 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge mit Elektroantrieb aus“, sagt der Verband der Automobilindustrie (VDA). Laut einer Studie der Organisation Transport & Environment würden Autohersteller wie BMW oder Mercedes ohne Plug-in-Hybride die Emissionsreduktionsziele der Europäischen Union nicht einmal annähernd erreichen.



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