Montag, September 26, 2022
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Bundestagsabgeordnete auf Cannabis-Reise in Kalifornien

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Cannabis soll in Deutschland legalisiert werden, aber es gibt noch viele Hürden. Mehrere Bundestagsabgeordnete wollen nun in Kalifornien studieren. Über einen amerikanischen Patchwork-Quilt, Graswolken und „Edibles“.

Der Frühstücksraum eines Hotels im Zentrum von San Francisco. Es ist ein bisschen wie im Bundestag. Die drei Abgeordneten von SPD, Grünen und FDP sitzen nebeneinander auf einer Couch. Es muss jetzt eine Regierungscouch sein.

Die Stimmung ist gut. Eine solche Reise sei interessant, aber auch anstrengend, sagt die Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther. „Enge Taktung mit vielen Terminen“. Allein an diesem Tag sind es sechs in drei Städten.

FDP-Frau Kristine Lütke hat einen Apfel in der Hand. Gestern wurde es so spät, es gab nur Pommes zu essen. Das muss jetzt ausgeglichen werden. Eine wichtige Erkenntnis dieser Reise für sie: „Wir werden uns wohl für eine bundesweite Regelung entscheiden, damit wir einen guten Überblick haben.“

In Kalifornien kann jede Stadt oder jeder Landkreis ihre eigenen Cannabisregeln aufstellen. Dies ist eine echte Patchworkdecke. „Eine solche Delegationsreise ist gut, um zu prüfen, ob das, was wir uns gedacht haben, angemessen ist und mit den Erfahrungen vor Ort übereinstimmt“, sagt Kappert-Gonther. Das ist meistens der Fall.

Besonders aufgefallen sind ihr die sogenannten Esswaren. Ihre Verpackung ist werblich, sagt sie. „Edibles“ ist sozusagen Cannabis zum Essen. Es gibt sie zum Beispiel in Form von Butter, Honig oder Karamellbonbons. „Farbige Verpackungen für ‚Edibles‘ oder Cannabis in Form von Gummibärchen werden wir wohl nicht zulassen“, sagte Kappert-Gonther.

SPD-Frau Heike Engelhardt spricht darüber, wie es ist, wenn die Stadt ständig nach Gras riecht. „Das passiert uns an jeder Ecke“, sagt sie. In San Francisco läuft man alle paar Minuten durch eine Graswolke, was zum Beispiel in Stuttgart deutlich seltener vorkommt.

Die Opposition sitzt der Regierungscouch gegenüber. Auf einem Hocker ein Vertreter von Linkspartei, AfD und CDU. Seit es Konkurrenz zwischen legalen und illegalen Märkten gibt, habe sich die Qualität der Waren auf dem Schwarzmarkt verbessert und damit der Gesundheitsschutz, so der CDU-Abgeordnete Erwin Rüddel.

Aber auch wichtig: Der illegale Markt ist zumindest in Kalifornien riesig. Ein Überangebot drückt die Preise auf dem Schwarzmarkt, weshalb sich der legale Anbau kaum lohnt. In einigen Teilen Kaliforniens ist die illegale Anbaufläche zehnmal größer als die legale. Das hatte die „LATimes“ anhand von Satellitenbildern recherchiert.

„Es gibt keine Bemühungen, das Rad zurückzudrehen“, sagt der AfD-Abgeordnete Jörg Schneider. Ates Gürpinar von links eröffnet die Wettrunde. „Die Entkriminalisierung wird Anfang nächsten Jahres kommen und die Legalisierung später in diesem Jahr“, sagt er. Die Ampelcouch passt dazu. Der CDU-Abgeordnete Rüddel hingegen glaubt nicht, dass dieser Schritt noch in dieser Legislaturperiode erfolgt.

Eine letzte Frage bleibt: Wer hat hier am Tisch noch nie Gras geraucht? Niemand möchte sich direkt vor dem Mikrofon äußern.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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