Montag, Januar 30, 2023
StartNACHRICHTENCDU-Politiker bei "Lanz": Debatte über Bildung: Günther warnt Merz

CDU-Politiker bei „Lanz“: Debatte über Bildung: Günther warnt Merz

- Anzeige -

Der Satz „Pascha“ von Friedrich Merz setzte auch deutsche Schulen in Brand. CDU-Kollege Daniel Günther findet das gut, aber nicht den Ton seines Parteichefs.

Zwischen Daniel Günther und Friedrich Merz knarrte es jahrelang. Während sich die beiden CDU-Männer zuletzt näher gekommen sind, sind sie sich über den Stil ihrer Politik noch nicht einig.

Dies gilt auch für die Thematik der großen Probleme im Deutschunterricht. Merz hatte die „kleinen Paschas“ der Migrantenfamilien für das große Übel in den Schulen verantwortlich gemacht. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther tadelte seinen Parteichef am Donnerstagabend im „Markus Lanz“:

Merz hat das nicht pauschal gemeint, aber es wurde so aufgenommen. Eine solche Wortwahl sei für eine „ernsthafte Debatte“ nicht hilfreich, schließlich sei „über dieses Wort nur geredet worden“ im Nachhinein.

Gleichzeitig fügte Günther hinzu: „Was Friedrich Merz im Wesentlichen gesagt hat, ist eine Diskussion, die geführt werden sollte, auch hier in Deutschland.“ Es schien wie eine Annäherung. Die Beziehung zu Merz war für ihn Liebe „auf den zweiten Blick“, wie Günther es ausdrückte:

Günther will also verstehen, was Merz mit seiner Aussage eigentlich wollte. Und die zentrale Frage lautet: Was ist los mit deutschen Schulen?

„Gute Deutschkenntnisse, Grundkenntnisse natürlich, die muss man von Anfang an haben. Wenn man zu spät anfängt, schafft man das auch nicht in der Schule“, sagte Günther.

Der Ministerpräsident hat sich für verpflichtende Sprachtests für alle Kinder vor der Einschulung ausgesprochen. Sein Kabinett in Kiel berät derzeit, wie man so etwas umsetzt. Für ein Land wie Schleswig-Holstein bedeute das aber „erhebliche Ressourcen, die wir dafür aufwenden müssen, weil dann natürlich noch etwas folgen muss“.

Das bedeutet, wenn ein Kind den Test nicht besteht, sind letztendlich die Politiker dafür verantwortlich, was als nächstes passiert. „Wenn wir das Niveau heben, dann muss es auch eine Qualifikation geben“, sagte Günther.

Außerdem gehe es bei der Umsetzung nicht nur um Geld, „die begrenzte Ressource besteht auch darin, vor Ort Lehrlinge zu finden“. Insgesamt seien die Themen „deutlich komplexer“, als es die „Pascha“-Debatte suggeriere.

Hier kam Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ins Spiel. Er unterstützte eine Unterrichtsgebühr für Studierende mit Migrationshintergrund.

„Man muss es tun. Es ist ein Tabuthema“, sagte Meidinger.

Kürzlich wurde er mit der Forderung nach einer konkreten Quote von 35 % pro Klasse zitiert. Gegenüber Lanz stellte er klar: „Ich habe keine genaue Zahl gemacht“. Vielmehr verwies er allgemein auf Studien, die zeigen: Ab etwa durchschnittlich 35 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund nehmen die schulischen Leistungen in einer Klasse ab.

Günther war skeptisch gegenüber den Quoten: „Ich finde das rechtlich schwierig. Was ist danach eigentlich ein Migrationshintergrund?“ Hier eine Linie zu ziehen ist schwierig.

Eine Folge der vielfältigen Probleme: Fast 47.000 Schüler verlassen in Deutschland jedes Jahr die Schule ohne Abschluss. Die Politik versuche, diese jungen Leute über andere Möglichkeiten zum Abschluss zu bringen, sagte Günther.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare