Montag, Oktober 18, 2021
StartNACHRICHTENChina ermahnt die USA

China ermahnt die USA

- Anzeige -


Nach Berichten über amerikanische Truppenübungen im Inselstaat Taiwan kündigte Peking an, „alle notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, um seine Souveränität zu verteidigen

China hat die USA aufgefordert, ihre Truppen aus Taiwan abzuziehen und alle Waffenlieferungen an das Land einzustellen. Mit der Anfrage reagierte Peking am Freitag auf einen Bericht der Wall Street Journals, wonach amerikanische Spezialeinheiten und Marinesoldaten im Inselstaat vor Chinas Küste heimlich Truppen ausgebildet haben.

Die USA sollten erkennen, wie heikel und gefährlich die Taiwan-Frage ist, warnte ein Sprecher des Außenministeriums am Freitag in Peking. Es drohen ernsthafte Schäden für Beziehungen, Frieden und Stabilität. China werde „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um seine Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen.

Zum Wallstreet Journal Berichten zufolge trainieren seit mindestens einem Jahr rund zwei Dutzend amerikanische Spezialeinheiten und unterstützende Soldaten kleinere Einheiten der taiwanesischen Bodentruppen. Die Marines arbeiteten wiederum mit lokalen Seestreitkräften auf kleinen Trainingsbooten. Laut Experten sind solche Schulungen in der Regel keine Seltenheit. Bemerkenswert ist jedoch, dass diese Aktivitäten nun bekannt gemacht werden.

Taiwans Verteidigungsministerium weigerte sich, den Bericht zu kommentieren. Auf Fragen zu den US-Truppen sagte Premierminister Su Tseng-chang in Taipeh, seine Regierung versuche, die Souveränität des Landes zu schützen und gleichzeitig mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, die ähnliche Werte teilen. Ein Pentagon-Sprecher versicherte am Donnerstag, dass die USA ein anhaltendes Interesse an Frieden, Sicherheit und Stabilität im Indopazifik haben – einschließlich der Taiwanstraße.

Die von China beanspruchte amerikanische Militärpräsenz auf der Insel verdeutlicht die Besorgnis der USA über Pekings militärische Aufrüstung. Rund um die Feierlichkeiten zum chinesischen Nationalfeiertag ist eine Rekordzahl von rund 150 chinesischen Kampfflugzeugen in Taiwans Luftverteidigungszone (ADIZ) eingedrungen, die als Pufferzone fungiert und sich deutlich über den Luftraum des Landes erstreckt. Allein am Montag schickte die chinesische Regierung 65 Maschinen, mehr als je zuvor an einem Tag.

Peking fühlt sich durch die wachsende Unterstützung für Taiwan und die Präsenz anderer Staaten in der Region und im Südchinesischen Meer provoziert. Die chinesische Regierung hat ihre Aktivitäten dort massiv ausgeweitet und macht Ansprüche auf große Teile der Gewässer und Inseln geltend. Als Reaktion darauf haben die USA ihre pazifischen Allianzen erweitert. Im September kündigten Washington, Canberra und London ihren Aukus-Sicherheitspakt an, der Australien Atom-U-Boote zur Verfügung stellt.

Um den aggressiven Territorialansprüchen entgegenzuwirken, schicken zahlreiche Staaten auch zunehmend Kriegsschiffe für Übungen in die Region. Am Montag überquerte erstmals seit 2008 ein britisches Kriegsschiff die Meerenge zwischen Taiwan und China.

Erst am Mittwoch versprach das Treffen des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, Jake Sullivan, und des Chefs der Außenpolitik Chinas, Yang Jiechi, ein wenig Entspannung. Chinas staatliche Nachrichtenagentur bezeichnete den Austausch als „offen, umfassend und tiefgreifend“. Das Treffen wurde als „konstruktiv und dem gegenseitigen Verständnis förderlich“ beschrieben. Bei ihren Gesprächen in Zürich einigten sich beide Seiten auf ein virtuelles Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, das noch in diesem Jahr stattfinden soll.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare