Samstag, Juni 25, 2022
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China verliert an Attraktivität für europäische Unternehmen

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China wird für europäische Unternehmen immer unattraktiver. Größte Belastung für Unternehmen sind laut einer Umfrage der Europäischen Handelskammer die harten Corona-Maßnahmen.

Das vergangene Jahr war finanziell gut für europäische Unternehmen in China. Doch der Krieg in der Ukraine und die Ausbreitung der Omicron-Variante des Coronavirus in China änderten ihren Kurs. In einer Umfrage der Europäischen Handelskammer gaben fast zwei Drittel der Unternehmen an, dass Geschäfte in China schwieriger geworden seien.

Während der Rest der Welt in der Pandemie zur Normalität zurückkehrt, ist dies in China nicht der Fall. Lockdowns, Massentests, Reisebeschränkungen beeinträchtigen das Geschäft. Bettina Schön-Behanzin, Vizepräsidentin der Europäischen Handelskammer, sieht wenig Aussicht, dass sich das bald ändert.

„Da China noch keine Exit-Strategie formuliert hat, gehen wir davon aus, dass China die nächsten Monate, vielleicht Jahre offensichtlich daran festhalten wird“, sagt Schön-Behanzin. Schwierig wird es für Unternehmen, wenn man nicht nach China einreisen kann oder es den im Land lebenden Ausländern sehr schwer gemacht wird, die Volksrepublik wieder zu verlassen. „So etwas kann man hier nicht wirklich machen.“

Die Europäische Handelskammer appelliert an die chinesische Staats- und Parteiführung, auf Impfungen zu setzen – das sei die einzige Lösung. Aber China zeigt keine großen Impfkampagnen. Stattdessen schweben jederzeit mögliche Lockdowns wie das Damoklesschwert über Unternehmen. Lockdowns in China bedeuten, dass Mitarbeiter in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt sind und Fabriken und Bürogebäude manchmal für mehrere Tage oder sogar Wochen abgeriegelt werden.

Dadurch herrscht große Unsicherheit und Transaktionen sind kaum planbar. „In vielen Unternehmen bedeutet dies, dass die Zentralen ihre China-Strategie und ihre künftige Positionierung entsprechend überdenken.“, sagt Schön-Behanzin. Das bedeutet nicht, dass sich die Unternehmen aus der Volksrepublik zurückziehen. „Aber wenn es um zukünftige Investitionen geht, denken sie darüber nach, ihre Basis zu verbreitern und nicht mehr alle Eier in einen Korb zu werfen und sich unabhängiger von China zu machen.“

Es geht auch darum, das China-Geschäft zu isolieren. Das bedeutet, Lieferketten nach China zu verlagern und im Land für den chinesischen Markt zu produzieren. Mit immer mehr chinesischem Personal. Wenn Unternehmen ihr China-Geschäft auf diese Weise entkoppeln, sollen sie künftig weniger anfällig für geopolitische Schocks sein, so die Hoffnung.



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