Freitag, Januar 21, 2022
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Chinesische Impfstoffe bieten keinen ausreichenden Schutz gegen Omikronen

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Auch in China ist Omikron trotz der Null-Covid-Politik angekommen. Fast drei Milliarden Impfdosen wurden in dem Land mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern geimpft. Ihre eigenen Impfstoffe bieten jedoch einen schlechten Schutz gegen Omikron.

Im Zentrum von Shanghai werden Menschen in einer Schleife aus einem Mini-Lautsprecher aufgefordert, die dritte Impfung abzuholen. Im Gegenzug können Sie an einer Lotterie teilnehmen. Kein Land hat mehr gegen Covid-19 geimpft als China. Bis zum 7. Januar hatte die Volksrepublik nach Angaben des Sprechers der Nationalen Gesundheitskommission Mi Feng fast 2,9 Milliarden Impfdosen verabreicht. 1,2 von 1,4 Milliarden Menschen sind vollständig geimpft.

In China werden nur die Impfstoffe geimpft, die in der Volksrepublik entwickelt und produziert werden – hauptsächlich Sinopharm und Sinovac. Dabei handelt es sich um klassische Toteimpfstoffe, ähnlich wie beispielsweise Grippeschutzpräparate.

Nach offiziellen Angaben liegt die Durchimpfungsrate bei Personen, die zweimal geimpft wurden, in China zwischen 80 und 90 Prozent. Die Aktualisierungskampagne ist jetzt im Gange. Im Ursprungsland der Covid-19-Pandemie wurden allein im Januar mehr als 300 Millionen Booster verabreicht.

„Wenn die Mehrheit der Menschen dort zweimal mit einem klassischen Totimpfstoff geimpft wird oder dreimal – das scheint nicht viel zu nützen, dann ist das Ansteckungsrisiko erhöht, das würde ich eigentlich einschätzen“, sagt Friedemann Weber, Professor für Virologie und Leiter desselben Instituts an der Universität Gießen in Hessen. „Konkret könnte das bedeuten, dass Omikron da noch mehr freie Bahn hat als bei uns.“

Internationale Studien weisen seit langem darauf hin, dass chinesische Impfstoffe beim Infektionsschutz weniger wirksam sind als mRNA- oder Vektorimpfstoffe – etwa von BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca. Und bei der Omikron-Variante sinkt der Infektionsschutz noch weiter, so eine aktuelle Studie der University of Hong Kong (HKU).

Dennoch schützten die chinesischen Impfstoffe vor schweren Erkrankungen und der Gefahr, im Krankenhaus zu landen. Das haben Studien ergeben, so Abdi Mahamud von der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO geht davon aus, dass dies auch bei der Omikron-Variante der Fall ist. Vorläufige Daten aus Singapur weisen jedoch darauf hin, dass die chinesischen Impfstoffe beim Schutz vor tödlichem Ausgang weniger wirksam sind als mRNA-Impfstoffe von BioNTech / Pfizer und Moderna. Die Wahrscheinlichkeit, an oder mit Covid zu sterben, ist daher deutlich höher, wenn Sie mit den chinesischen Impfstoffen geimpft wurden.

Laut Professor Friedemann Weber von der Universität Gießen gibt es einen relativ einfachen Weg, den Schutz der Bevölkerung in China zu verbessern: „Wir wissen jetzt, dass, wenn Menschen zweimal mit Totimpfstoff geimpft wurden und dann einen dritten mRNA-Impfstoff erhalten, der Schutz gegen Infektionen ist dann wieder sehr gut.“

In China verhinderte die Staats- und Parteiführung jedoch, dass der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer in der Volksrepublik hergestellt und geimpft wird. Offiziell gab es Probleme mit der Zulassung. Kritiker sagen, China habe in der Hoffnung gezockt, seinen eigenen mRNA-Impfstoff schnell auf den Markt bringen zu können. Aber selbst wenn es jetzt käme, wäre es für die Omikron-Variante zu spät.

Die ersten lokal übertragenen Omikron-Fälle gibt es bereits in China, genaue Zahlen haben die Behörden nicht bekannt gegeben. Die Staats- und Parteiführung reagierte wie üblich mit harten Lockdowns, Reiseverboten und Massentests. Doch internationale Experten bezweifeln, dass sich die Zero-Covid-Strategie auch mit der hochansteckenden Omikron-Variante umsetzen lässt.

Außerdem werden in den kommenden Wochen Tausende Menschen aus aller Welt zu den Olympischen Winterspielen nach China kommen. Die meisten von ihnen sind geimpft, kommen aber ohne Quarantäne ein. Die Spiele sollen ab Anfang Februar komplett abgeschottet vom Rest des Landes stattfinden. Beobachter befürchten jedoch, dass Infektionen nach außen getragen werden.

Zudem steht die große Reisewelle zum chinesischen Neujahr kurz bevor. Hunderte Millionen Chinesen reisen dann traditionell quer durch das Land zu ihren Familien.

Der Virologe Alexander Kekulé zeichnet im MDR-Corona-Podcast ein düsteres Bild. „Fakt ist, dass keiner der Experten hier die Katastrophe nicht kommen sieht. Alle sagen, es gibt keinen vernünftigen Ausweg und wir haben Angst. Es geht nicht nur um die Menschen in China, sondern auch um globale wirtschaftliche Verflechtungen.“ Funktioniert nicht ewig, sagt Kekulé. China fährt gewissermaßen gegen die Wand. „Und das betrifft uns alle.“



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