Dienstag, Juni 28, 2022
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Cone-Brüder, die nach Brand auf Mallorca inhaftiert sind, zahlen eine halbe Million Euro

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Zwölf Deutsche sitzen wegen des Verdachts der Brandstiftung auf Mallorca in Untersuchungshaft. Während sie auf ein Gutachten zur Brandentstehung in einem Restaurant warten, sind sie bereit, mit dem spanischen Gericht zusammenzuarbeiten – und die geforderte gesamtschuldnerische Haftung zu übertragen.

Die Familien der 13 deutschen Urlauber, die der Brandstiftung auf Mallorca verdächtigt werden, haben nach Angaben ihres Anwalts 500.000 Euro zur gesamtschuldnerischen Haftung gebündelt. Rechtsanwalt Raban Funk aus Stolzenau in Niedersachsen kündigte an, das Geld bald bei der spanischen Justiz zu hinterlegen. Die Verdächtigen, von denen zwölf noch heute in Untersuchungshaft seien, wollten ihre Kooperationsbereitschaft bestätigen, schrieb der Anwalt in einer Erklärung.

Die Summe hatte der spanische Ermittlungsrichter festgesetzt. Bei den Deutschen handelt es sich laut Medienberichten um Männer zwischen 24 und 29 Jahren, die einem Kegelverein in Münster angehören. Am vergangenen Donnerstag hob der Richter die Haft von vier der Deutschen gegen Zahlung einer Kaution von jeweils 12.000 Euro auf. Die jungen Männer würden wohl in Kürze freigelassen, sobald die am Freitag aus Deutschland überwiesenen Gelder bei der spanischen Justiz eingegangen seien. Dies verzögerte sich wegen der Pfingstferien, schrieb der Anwalt. Ein 13. Verdächtiger wurde ohne Auflagen freigelassen, weil er nachweisen konnte, dass er während des Brandes unter der Dusche stand, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete.

Unklar war zunächst, wie lange die anderen acht Verdächtigen, denen der Richter ihre Freilassung auf Kaution verweigerte, in Haft bleiben müssten und ob Anklage gegen sie erhoben würde. Die Untersuchungshaft in Spanien kann Monate, aber auch bis zu vier Jahre dauern. Inzwischen bekamen die jungen Deutschen Besuch von zwei Pfarrern und einem Vertreter des deutschen Konsulats, wie der WDR berichtete.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, am 20. Mai in der Nähe des Schützen ein Feuer gelegt zu haben. Sie warfen brennende Kippen und Alkohol vom Balkon ihres Hotelzimmers auf das Strohdach der Terrasse eines darunter liegenden Restaurants. Das Dach fing Feuer und zwei Kneipen, eine Wohnung und Teile des Restaurants wurden beschädigt. Zwei Personen erlitten leichte Verletzungen. Die Jugendlichen bestreiten, das Feuer gelegt zu haben.

Ein von der spanischen Ermittlungsbehörde in Auftrag gegebenes Gutachten zur Brandentstehung liege noch nicht vor, sagte der Anwalt. Allerdings werde dieser Bericht „weitere, sachlich entlastende Momente offenbaren“, schrieb der Jurist.

(Dieser Artikel wurde erstmals am Dienstag, den 07. Juni 2022 veröffentlicht.)

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