Freitag, Juni 24, 2022
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Corona-Inzidenz steigt erstmals auf über 500

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Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erstmals seit Mai auf mehr als 500 gestiegen. Die Regierung debattiert, wie sie die Situation in den Griff bekommen kann. Der Bildungsminister schließt Schulschließungen aus.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat einen Wert von 532,9 angegeben. Mit einem Wert von 502,4 wurde erstmals seit dem 12. Mai die 500er-Marke überschritten. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden registrierte das RKI zudem 119.360 Neuinfektionen und 98 neue Todesfälle von Corona-Infizierten. Da nur lückenhaft getestet wird, geht man eigentlich von einer höheren Infektionszahl aus.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt wieder deutlich gestiegen. Dies liegt vor allem an den schnell wachsenden Omicron-Subtypen BA.4 und BA.5. Nach neuesten Informationen des Robert-Koch-Instituts sind diese beiden Varianten, die sich zunächst stark in Südafrika und Portugal ausbreiteten, in Deutschland keineswegs vorherrschend. Doch Experten gehen davon aus, dass sich das ändern wird.

Die Sommerwelle hat die Debatten um angemessene Corona-Maßnahmen längst neu entfacht. Allerdings schließt Kultusministerin Bettina Stark-Watzinger eine flächendeckende Schließung von Schulen aus. Die Pandemie hatte drastische Folgen für Schulkinder. Man sehe gravierende psychische, soziale und körperliche Folgen, sagte der FDP-Politiker in der ARD-Morgenmagazin.

„Eine bundesweite Schulschließung soll es nicht mehr geben“, betonte Stark-Watzinger. Lerndefizite und Kompetenzverluste von bis zu einem halben Jahr sind bereits erkennbar. Auch der Deutsche Lehrerverband sieht „massive Lerndefizite“. Der Verband fordert eine bundesweite Erhebung des Leistungsstandes der Schülerinnen und Schüler spätestens zu Beginn des kommenden Schuljahres. „Blindflug“ sei keine Seltenheit, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) möchte trotz Kritik an dem Plan festhalten, kostenlose Corona-Bürgertests einzuschränken. „Die Bürgertests haben ihren Wert, sie sollten weiter angeboten, aber gezielt eingesetzt werden“, sagte Lauterbach im Deutschlandfunk. Die Tests sollen künftig nur noch dort eingesetzt werden, wo sie „den größten Nutzen haben“. Betroffen sind zum Beispiel Besucher von Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Großveranstaltungen sowie Menschen mit Krankheitssymptomen.

Zur Begründung der Einschränkungen verwies Lauterbach auf die hohen Kosten der Tests, die sich zeitweise auf eine Milliarde Euro pro Monat beliefen. „Die Qualität soll gesteigert werden, die Tests sollen sinnvoller eingesetzt werden, die Kosten sollen sich in Grenzen halten. Ich denke, wir werden einfach mehr aus den Tests herausholen“, sagte der Minister. Gleichzeitig mahnte er zur Dringlichkeit, da die vom Bund geförderten Bürgertests nur noch bis Ende Juni verfügbar sein werden.

Lauterbach ist zudem zuversichtlich, dass sich die Ampelkoalition zeitnah auf Änderungen des Infektionsschutzgesetzes einigen kann. Angesichts steigender Fallzahlen forderten mehrere Bundesländer die Berliner Regierung auf, rasch die gesetzlichen Voraussetzungen für strengere Schutzmaßnahmen zu schaffen.

Lauterbach erklärte, dass bereits an sechs Punkten seines Sieben-Punkte-Plans gearbeitet werde. Die Verhandlungen über die Maskenpflicht würden am 1. Juli beginnen, einen Tag nach Veröffentlichung des Gutachtens zur Bewertung bisheriger Corona-Maßnahmen. „Sobald dieser Bericht vorliegt, werden wir uns sehr schnell einigen, und ich denke sogar relativ leise“, betonte Lauterbach. Er ist zuversichtlich, dass die Eckpunkte noch vor der Sommerpause entschieden werden. „Uns geht es einigermaßen gut, viel besser als in den Vorjahren.“



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