Dienstag, September 27, 2022
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Corona-Jahr 2021: Junge Mädchen bekamen mehr Antidepressiva verabreicht

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Die Corona-Pandemie trifft besonders junge Mädchen. Das geht aus einem Bericht der Krankenkasse DAK hervor. Sie litten häufiger an Depressionen oder Essstörungen – und bekamen deutlich mehr Medikamente verschrieben.

Essstörungen, Depressionen, Übergewicht: Dass die Corona-Pandemie teils gravierende Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat, ist hinlänglich bekannt. Daten der DAK-Krankenkasse zeigen nun, dass vor allem junge Mädchen mit psychischen Erkrankungen zunehmend medikamentös behandelt wurden: Bei Neuerkrankungen stiegen die Verschreibungen von Antidepressiva um 65 Prozent. Die medikamentöse Behandlung von Essstörungen nahm um 75 Prozent zu.

Für den Kinder- und Jugendbericht der DAK wurden Behandlungsdaten von 782.000 bei der Krankenkasse versicherten Kindern und Jugendlichen ausgewertet und mit der Situation vor der Pandemie verglichen. Danach ging 2021 die Zahl der Behandlungen bei psychischen Störungen und Verhaltensstörungen um insgesamt fünf Prozent zurück. Allerdings nahmen einzelne psychische Erkrankungen in bestimmten Altersgruppen deutlich zu.

54 Prozent mehr Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren wurden wegen Essstörungen behandelt. Bei Angststörungen gab es bei Mädchen einen Anstieg um 24 Prozent. In der Gruppe der zehn- bis 14-jährigen Mädchen stieg die Rate der Depressions-Neuerkrankungen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit um 23 Prozent, bei den 15- bis 17-jährigen Mädchen um 18 Prozent.

Die jugendlichen Mädchen mit neu diagnostizierter Depression erhielten auch signifikant häufiger Medikamente. Der Anteil stieg 2021 gegenüber 2019 um 65 Prozent. „Die explosionsartige Zunahme der Verschreibung von Antidepressiva ist sehr besorgniserregend“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Bei Jungen hingegen sank die Häufigkeit von Depressionen bei Schulkindern zwischen 10 und 14 Jahren um 17 Prozent und bei den 15- bis 17-Jährigen um 15 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich der Studie zufolge bei Essstörungen und Angststörungen – die Zunahme bei heranwachsenden Mädchen wurde durch eine Abnahme bei Jungen ausgeglichen.

Vor allem bei Grundschulkindern beobachtet die DAK eine Zunahme von Übergewicht. In der Altersgruppe der Fünf- bis Neunjährigen stieg die Adipositas-Zahl im Jahr 2021 insgesamt um 14 Prozent. Jungen waren etwas stärker betroffen als Mädchen. Bei den 15- bis 17-jährigen Jungen gab es sogar 15 Prozent mehr Übergewicht, bei Mädchen in dieser Altersgruppe sechs Prozent mehr.

Insgesamt kamen dem Bericht zufolge im zweiten Jahr des Coronavirus weniger Kinder und Jugendliche in Arztpraxen und Krankenhäuser als vor der Pandemie. Im Jahr 2021 gingen die Arztbesuche im Vergleich zu 2019 um vier Prozent und die Krankenhausaufenthalte um 18 Prozent zurück. Außerdem wurden zwölf Prozent weniger Kindern und Jugendlichen Medikamente verschrieben. Die Zahl der verschriebenen Antibiotika ging 2021 um 43 Prozent zurück.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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