Sonntag, November 28, 2021
StartNACHRICHTENCorona: Mehr Impfungen, mehr Befürworter von Impfpflichten

Corona: Mehr Impfungen, mehr Befürworter von Impfpflichten

- Anzeige -


Die Zahl der Erstimpfungen ist erstmals seit Mitte September auf über 100.000 pro Tag gestiegen – insgesamt wurden knapp 800.000 Impfungen verabreicht. Gleichzeitig gibt es immer mehr Stimmen für eine Impfpflicht.

In Deutschland werden viele Menschen wieder geimpft. Allein am Mittwoch wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 795.386 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Dies ist der höchste Tageswert seit dem 14. Juli.

Nach Angaben des RKI wurden 101.338 Erstimpfungen durchgeführt – mehr als seit dem 16. September. 67.513 Personen erhielten auch ihre Zweitimpfung und 626.535 Personen eine Auffrischimpfung. Die Zahl der verabreichten Impfdosen war am Vortag stark gestiegen.

Unterdessen geht die Debatte um die Impfpflicht weiter. Dafür sprachen sich die Intensivmediziner aus. „Es ist wichtig, unsere Patienten zu schützen, Menschenleben zu retten und auch unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren“, sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), nach einstimmigem Beschluss des Präsidiums .

Es gibt keine Alternative zur obligatorischen Impfung für alle Erwachsenen, um die Pandemie langfristig hinter sich zu lassen. Die Hoffnung auf eine größere Impfbereitschaft der Bevölkerung hatte sich nicht erfüllt. Die Mitarbeiter in den Kliniken und insbesondere auf den Intensivstationen und in der Notfallmedizin brauchen jedoch eine Perspektive. „Wir können nicht jede Wintersaison eine weitere Welle zahlreicher schwerer Covid-19-Verläufe riskieren“, warnte Marx.

Die DIVI lehnt Impfpflichten nur für bestimmte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Pflegepersonal, ab. Dies ist weder ausreichend noch moralisch vertretbar.

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, sieht eine generelle Impfpflicht als Erleichterung im Kampf gegen die Krankheit künftig. in dem ARD-Morgenmagazin Sie sagte: „Die obligatorische Impfung hilft uns jetzt nicht, aber sie wird uns helfen, später nicht von einer Sperrung zur nächsten zu kommen.“ Es ist eine ernste Operation, aber sie scheut sie nicht.

Gegen die Corona-Welle helfen derzeit die 2G- und 3G-Regeln, so der Grünen-Politiker. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Warteschlangen an den Impfstellen extrem lang sind.

Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann schließt eine generelle Impfpflicht zumindest langfristig nicht aus. „In einer dynamischen Situation, wenn man es mit einer solchen Krankheit zu tun hat, kann man nichts kategorisch für alle Zeiten ausschließen“, sagte Buschmann in der ARD-Morgenmagazin. Dieses Thema steht jedoch nicht auf der Tagesordnung. In der aktuellen Krisensituation würde eine generelle Impfpflicht „nicht helfen“, so der FDP-Politiker.

Er hält es für „richtig und klug“, „dass wir uns jetzt mit dem Thema der anlagenbedingten Impfpflicht auseinandersetzen“, sagte Buschmann. Der Parlamentschef der FDP verwies auch auf „schwierige Fragen“ zur Machbarkeit und Organisation einer generellen Impfpflicht.

Die Ampelparteien planen eine Impfpflicht in Alten- und Pflegeheimen. Die geplante Koalition will eine Ausweitung der Impfpflicht prüfen.

Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger zeigte sich offen für eine generelle Impfpflicht: „Wir setzen auf Dialog und Überzeugung. Daher ist eine gesetzliche Impfpflicht immer nur die zweitbeste Lösung. Sie darf aber nicht von vornherein ausgeschlossen werden“, so die Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes BDA der „Rheinischen Post“.

Die Arbeitgeber seien bereit, „an der Intensivierung der Impfung konstruktiv mitzuwirken“, sagte Dulger. Notwendig dafür sei „ein klares Statement der Politik statt sich ständig ändernder Regeln“. Wirksame Impfungen und kontinuierliche Tests sind die wichtigsten Instrumente, um aus der Pandemie herauszukommen. Gerade für Mitarbeiter, die mit gefährdeten Personengruppen arbeiten, sei die Impfbereitschaft ein „Zeichen von Pflichtbewusstsein und Rücksichtnahme auf ihre Mitmenschen“.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, traf sich am Mittwoch RBB „Persönlich“ ausgesprochen für eine allgemeine Impfpflicht. „Wir diskutieren dies aggressiv in den Gewerkschaften“, fügte er hinzu. Hoffmann warnte jedoch, dass eine generelle Impfpflicht „keine schnelle Wirkung haben wird“. Es ist wichtig, die rechtlichen Hürden und die Praktikabilität im Auge zu behalten. Hier sei ein „breiter Konsens“ erforderlich.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare