Freitag, Juni 24, 2022
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Corona-Pandemie: BA.5-Variante in Deutschland vorherrschend

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Nach Angaben des RKI gehen mittlerweile die meisten Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf die BA.5-Variante zurück. Der Virologe Drosten erwartet, dass die Fallzahlen nach Ende der Sommerferien wieder deutlich steigen werden.

In Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen die BA.5-Variante des Coronavirus vorherrschend. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des RKI hervor.

Demnach gehen mittlerweile bundesweit rund 50 Prozent der Neuinfektionen auf eine Infektion mit der Unterlinie der omicron-Variante zurück. Allerdings basiert dieser Wert auf Daten, die vor rund zwei Wochen erhoben wurden. Daher dürfte der aktuelle Wert laut RKI bereits höher liegen. Die BA.5-Variante des Corona-Erregers gilt als leichter übertragbar als bisher aufgetretene Virustypen.

Zudem verzeichnete das RKI erneut einen leichten Anstieg der Auslastung der Intensivstationen. Das DIVI-Intensivregister, das die Verfügbarkeit von Intensivbetten in deutschen Kliniken erfasst, zeigt, dass derzeit 810 Patienten wegen einer Corona-Erkrankung auf den Intensivstationen von 1.250 Krankenhäusern behandelt werden, die ihre Daten an das Register übermitteln. Anfang des Monats waren es noch rund 600 Corona-Patienten. Rund 260 der Patienten, die sich derzeit auf der Intensivstation befinden, benötigen eine invasive Beatmung.

Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, rechnet damit, dass die Zahl der Neuinfektionen nach den Sommerferien wieder deutlich steigen wird. In einem Interview mit dem „Spiegel“ äußerte er seine Befürchtung, dass die Fallzahlen ab September wieder steigen würden.

„Wir sehen tatsächlich wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen“, warnte Drosten: „Die BA.5-Variante ist einfach sehr übertragbar, gleichzeitig verlieren die Menschen ihren Übertragungsschutz durch die letzte Impfung.“ Er rechnet aber auch damit, dass weit weniger Menschen schwer erkranken oder gar sterben werden als im vergangenen Jahr.

Auch die Gefahr durch überfüllte Intensivstationen sieht Drosten derzeit nicht. Die Untervariante BA.5 kann jedoch wieder stärker die unteren Atemwege betreffen. „Das Rad dreht sich wieder mehr in Richtung Krankheit“, sagt der Virologe. Es stimmt nicht, dass ein Virus im Laufe der Evolution automatisch immer harmloser wird. „Das macht mir noch mehr Sorgen wegen des Sturzes.“

Drosten gab die Hoffnung auf, dass die Pandemie noch in diesem Jahr endemisch wird. Eine Krankheit gilt als endemisch, wenn sie in einer Region mit relativ konstanten Fallzahlen auftritt. „Ich gehe davon aus, dass sich irgendwann ein neues Gleichgewicht einstellt: Die Immunität der Bevölkerung gegen Impfungen und Infektionen wird irgendwann so stark sein, dass das Virus an Bedeutung verliert“, sagte Drosten. Im schlimmsten Fall könne es „noch ein paar Winter dauern“.

Angesichts eines bevorstehenden Anstiegs der Fallzahlen im Herbst ARD Deutschlandtrend Auch in diesem Fall sprach sich eine Mehrheit der Deutschen dafür aus, die Maskenpflicht in Innenräumen wieder einzuführen. 63 Prozent der Bürger würden eine solche Maßnahme befürworten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach betonte zuletzt, er halte die Maskenpflicht in Innenräumen ab Herbst wieder für angemessen.

Vor allem in der Altersgruppe der über 65-Jährigen spricht sich ein großer Anteil (77 Prozent) für eine Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen aus. Bei den 18- bis 34-Jährigen trifft ein solcher Schritt auf 48 Prozent Zustimmung.



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