Sonntag, Januar 23, 2022
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Corona-Pandemie Bundesrat verabschiedet neue Quarantäneregeln

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Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat den neuen Corona-Maßnahmen zugestimmt: Die Quarantäneregeln werden geändert. Experten hatten Vor scharfe Kritik auf die Entscheidung geäußert.

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat am Freitag einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Es sieht unter anderem vor, dass dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne müssen. Zudem ermöglicht dies kürzere Quarantänezeiten bei Infektionen, um bei stark steigenden Infektionszahlen einen personellen Zusammenbruch in wichtigen Versorgungsbereichen zu verhindern.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte in der Sondersitzung der Länderkammer, die Pandemie sei an einer „Schnittstelle“ angekommen. Du bist im dritten Jahr. Damit stellt sich die Frage, ob es gelingen wird, die Pandemie so zu entschärfen, dass eine endemische Situation mit nur sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todesfällen erreicht wird – oder ob diese Chance verpasst wird. „Wir müssen diese Chance nutzen und wir haben die Mittel dazu. Wir haben die Mittel, um die Pandemie in Deutschland noch in diesem Jahr weitgehend zu beenden.“

Lauterbach appellierte erneut an alle noch nicht geschützten Bürgerinnen und Bürger, sich impfen oder auffrischen zu lassen. „Wenn wir alle behaupten würden, dass wir das nicht brauchen oder dass wir es besser wüssten oder nicht mitmachen wollten oder dass wir ein anderes Staatsverständnis hätten, dann würden wir im Chaos landen.“ Deshalb befürworte er auch die generelle Impfpflicht.

Der Gesundheitsminister betonte, niemand dürfe gezwungen werden, einen bestimmten Impfstoff einzunehmen. Lauterbach sagte, er habe auch den inaktivierten Impfstoff Novavax bekommen. Am 21. Februar erhält Deutschland eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen.

Die Ärzteorganisation Marburger Bund befürchtet, dass die neuen Ausnahmen von der Quarantäne zu mehr Corona-Infektionen führen werden. Sie sollen an diesem Freitag vom Bundesrat entschieden werden. Künftig müssen Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr in Quarantäne, wenn sie eine Auffrischungsimpfung oder gerade ihre zweite Impfung – also innerhalb der letzten drei Monate – erhalten haben oder genesen sind.

Das gelte auch dann, wenn sie sehr enge Kontakte haben, also beispielsweise mit Infizierten zusammenleben, erklärte die Verbandsvorsitzende der angestellten und beamteten Ärzte, Susanne Johna, am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir sehen das kritisch, weil wir befürchten, dass dann Infektionen weitergegeben werden.“

Generell ist es aber richtig, die Quarantäne- und Isolationszeiten zu verkürzen, weil die inzwischen vorherrschende Corona-Variante Omicron eine kürzere Generationszeit hat. Das bedeutet, dass die Viruslast schneller ansteigt, dann aber wieder schneller abfällt.

Andere Experten hatten zuvor scharf kritisiert, dass sich Infizierte nach den neuen Regeln nicht nur mit einem genauen PCR-Test, sondern auch mit den unsicheren Schnelltests nach sieben Tagen vorzeitig aus der Quarantäne testen können.

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