Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Corona-Pandemie – der ORF lädt zur Impflotterie ein

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Ein Elektroauto, eine Markenküche oder gar ein Einfamilienhaus: Der ORF gewinnt bei seiner Impflotterie wertvolle Preise. 170.000 Menschen haben sich in der ersten Nacht registriert.

„Stöckl Live“ war fast schon Straßenfeger – mehr als eine Million der knapp neun Millionen Österreicher hielten am ersten Lockdown-Abend von der ORF-Moderatorin Barbara Stöckl an.

Eineinhalb Stunden lang hatte sie sich vorgenommen, „Bedenken“ gegen die Corona-Impfung zu zerstreuen. Diesmal „ohne Politiker“, wie sie sagte. Zuschauerfragen wurden beantwortet, Experten erklärten, warum die Impfung gegen Covid so wichtig ist, ehemalige Covid-19-Erkrankte, die sich noch nicht wirklich „erholt“ nennen würden, kamen zu einem beeindruckenden Wort. Es war öffentlich-rechtliche Überzeugung – Fakten und schockierende Berichte, wie in den vergangenen Wochen.

Neu war: Neben der harten Informationsdosis lockt der ORF nun auch mit einer Impflotterie die Nadeln – „Wer impft, gewinnt“.

Vielleicht ein Fertighaus, ein Elektroauto, eine neue Küche oder ein neuer Smart-TV. Ein Programm für die langen Abende zu Hause im Lockdown, denn Österreich hat mindestens 20 Tage „geschlossene Lockdown-Gesellschaft“ vor sich.

Gutes Überreden und strenge Regeln haben die Impfquote in der Alpenrepublik zuletzt von 63 auf etwas über 66 Prozent angehoben – bei freundlicher Zählung. Deshalb gibt es jetzt den Versuch, die Lotterie als Impfbooster einzusetzen. Fast 1000 Sachpreise, weil „Bildung und Information manchmal nicht ausreichen“, um die Unverzichtbarkeit von Impfungen „für möglichst viele Menschen“ zu verankern, sagt der scheidende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Die burgenländische Landesregierung hatte im Herbst mit einer ähnlichen Lotterie Erfolg – ​​Hauptgewinn war damals ein Golf GTI. Der Vorteil für das Land: Das Burgenland hat mit knapp über 75 Prozent die höchste Impfquote Österreichs.

Teilnehmen dürfen alle in Österreich lebenden Personen ab 18 Jahren, die seit dem 1. Oktober geimpft sind oder bis zum 20. Dezember gegen Covid-19 geimpft sind. Egal, ob es die bisherigen Verweigerer sind, die nur den ersten Stich bekommen oder die zum zweiten oder dritten Mal geimpft werden.

Der ORF-Generaldirektorin sei nicht nur daran interessiert, möglichst viele Menschen zum Impfen zu locken, sondern auch „ein großes Dankeschön an alle, die bereits geimpft oder aufgefrischt wurden“. Wer gewonnen hat, soll am Heiligabend in der traditionellen ORF-Sendung „Licht ins Dunkel“ bekannt gegeben werden.

Am Tag darauf freute sich ORF-Moderator Stöckl „über die tolle Resonanz“ und „das enorme Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde“. Es geht nicht nur um die 170.000 Menschen, die sich an diesem Abend für die Lotterie angemeldet haben. Es sind auch rund eine halbe Million Menschen, die sich online auf werimpftgewinnt.orf.at informiert haben. Und die vielen Menschen, die während der Sendung von den Ärzten am Telefon beraten wurden – auch auf Serbisch, Kroatisch, Rumänisch, Englisch und Farsi.

Einige Zuschauer mochten es jedoch nicht. Christian Hafenecker, Sprecher der rechtspopulistischen FPÖ, schäumt: „Wenn man denkt, das sei nicht mehr dumm, kommt plötzlich der ORF.“ Der FPÖ-Mann wetterte gegen die „gebührenfinanzierte Lotterie“, mit der sich der ORF beim „Chaos-Kurs“ der Regierung in Wien einschmeichelte.

Vorsorglich wies der ORF darauf hin, dass alle Preise von österreichischen Unternehmen gestellt werden – und nicht aus Gebührengeldern finanziert werden.



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