Freitag, Juni 24, 2022
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Corona-Pandemie: Gesundheitsminister planen für den Herbst

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Angesichts steigender Infektionszahlen im Sommer wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern schnellstmöglich einen Plan für den Herbst erarbeiten. Konkrete Maßnahmen sollen Anfang Juli vorgestellt werden.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen sich auf eine kritischere Corona-Lage im Herbst und Winter vorbereiten. Es müsse mit einer heftigen Welle gerechnet werden, sagte Bundesminister Karl Lauterbach nach zwei Beratungstagen in Magdeburg. Zur umstrittenen Frage, weiterhin kostenlose Bürgertests anzubieten, wurde noch kein fertiges Konzept vorgelegt. Es solle ein Paket vorgelegt werden, das er mit Finanzminister Christian Lindner finalisieren werde, sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsminister betonte, dass Bürgertests aus seiner Sicht auch über die bisherige Regelung bis Ende Juni hinaus „unbedingt erforderlich“ seien. Allerdings muss nicht mehr jeder Bürgertest durchgeführt werden und Tests ohne Anlass sollen eingeschränkt werden. Die Tests sind wichtig, um beispielsweise zu verhindern, dass Großveranstaltungen zu „Superspreadern“ werden, also Veranstaltungen, bei denen sich zahlreiche Menschen gleichzeitig anstecken.

Lauterbach kündigte zudem an, die Testzentren stärker zu kontrollieren. Er beklagte, dass es Fälle gegeben habe, in denen nicht erbrachte Leistungen abgerechnet worden seien, und andere, in denen es nur negative Ergebnisse gegeben habe. Der SPD-Politiker verwies auch auf eine Forderung des Haushaltsausschusses des Bundestages, dass sich die Länder an der Finanzierung beteiligen sollen, die bisher nur vom Bund getragen wurde.

Die Vorsitzende der Landesreferenten, Petra Grimm-Benne aus Sachsen-Anhalt, machte deutlich, dass die Länder dafür keinen Spielraum sehen. Mit Blick auf die am 23. September auslaufenden Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz kündigte sie für den 1. Juli eine Sonderministerkonferenz an. An diesem Tag solle auch der Bericht eines Expertengremiums zur Bewertung bisheriger Pandemie-Maßnahmen vorgelegt werden, wie es heißt sagte Lauterbach. Auf Basis der Erkenntnisse sollen dann am Freitag kommender Woche die Maßnahmen für die Folgezeit vorgestellt werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 532,9. Mit einem Wert von 502,4 wurde erstmals seit dem 12. Mai die 500er-Marke überschritten. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden registrierte das RKI zudem 119.360 Neuinfektionen und 98 neue Todesfälle von Corona-Infizierten. Da nur lückenhaft getestet wird, geht man eigentlich von einer höheren Infektionszahl aus.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt wieder deutlich gestiegen. Dies liegt vor allem an den schnell wachsenden Omicron-Subtypen BA.4 und BA.5. Nach neuesten Informationen des Robert-Koch-Instituts sind diese beiden Varianten, die sich zunächst stark in Südafrika und Portugal ausbreiteten, in Deutschland keineswegs vorherrschend. Doch Experten gehen davon aus, dass sich das ändern wird.



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