Sonntag, Juni 26, 2022
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Corona-Pandemie: Was ist über die omicron-Variante BA.5 bekannt

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Die Corona-Subvariante BA.5 breitet sich in Portugal rasant aus. Auch in Deutschland wurden erste Infektionen durch BA.5 gemeldet. Was ist über die Variante bekannt?

Die Inzidenzen in Portugal steigen weiter – trotz der hohen Impfrate. Mehr als 95 Prozent der Portugiesen haben mindestens eine Impfung. Trotzdem hat Portugal die höchste Inzidenz in Europa. Verantwortlich für den deutlichen Anstieg der Neuinfektionen ist offenbar die neue omicron-Subvariante BA.5, die bei mehr als 80 Prozent der Neuinfektionen nachgewiesen wurde.

Es ist normal, dass sich Viren durch Übertragung und Verbreitung verändern und mutieren. Virusvarianten wie die Coronavirus-Variante Omicron können sich wiederum zu Untervarianten entwickeln, also zu sogenannten Sublinien oder Subtypen. Die Sublinien unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Übertragung und des Krankheitsverlaufs. Verantwortlich dafür sind die Spike-Proteine. Die neu erfassten Omicron-Subtypen BA.4 und BA.5 gelten in Fachkreisen als ansteckender als die bisher bekannten „Schwestervarianten“.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bisher vor allem die Omicron-Subtypen BA.1 und BA.2 in Europa nachgewiesen. In Deutschland dominiert derzeit die omicron-Subvariante BA.2 mit über 80 Prozent. Allerdings steigt auch hier die Zahl der Infektionen durch die ansteckenderen BA.5-Subtypen.

In Europa ist Portugal Spitzenreiter in Bezug auf die Inzidenz. Nach Schätzungen des portugiesischen Staatssekretärs für Gesundheit, António Lacerda Sales, scheint die Übertragungsrate von BA.5-Infektionen wieder zu sinken. Dennoch müsse die Situation weiter beobachtet werden, da laut Sales mit einer hohen Sterblichkeitsrate zu rechnen sei.

Sowohl die Untervarianten BA.4 als auch BA.5 treiben die Infektionszahlen seit Januar 2022 in Südafrika und aktuell in Portugal in die Höhe. Der Subtyp BA.5 hat eine höhere Übertragungsrate, weshalb sich BA.5 kürzlich gegen die anderen in Portugal kursierenden Untervarianten durchsetzen konnte. Bei den meisten Infizierten war jedoch kein schwerer Krankheitsverlauf zu verzeichnen. Der Schweregrad der Erkrankung unterscheidet sich nicht wesentlich von den vorherrschenden Varianten, die bereits in Deutschland kursieren.

Durch ständige Mutation des BA.5-Subtyps kann es sich Immunitäten entziehen, die durch Impfungen oder frühere Infektionen erworben wurden. Demnach sind auch Personen, die vollständig geimpft sind oder sich bereits mit einer der „Schwestervarianten“ des Omicron-Subtyps infiziert haben, nicht vor einer (Re-)Infektion sicher. Allerdings wird die Schwere des Krankheitsverlaufs durch Impfungen oder zurückliegende Infektionen deutlich reduziert.

Es ist zu erwarten, dass die Infektionszahlen in Deutschland weiter steigen werden. Trotz des meist milden Krankheitsverlaufs warnt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach davor, die Situation zu unterschätzen: Aufgrund der hohen Übertragungsrate sei in Deutschland mit Personalengpässen vor allem in systemrelevanten Branchen zu rechnen. Genaue Schätzungen, wann der BA.5-Subtyp in Deutschland zum dominierenden Typ wird, liegen noch nicht vor. Experten sind sich jedoch einig, dass dies passieren wird.

Studien zufolge soll ein angepasster Moderna-Impfstoff, der auf einer Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Impfstoff und einem Medikament gegen die Omicron-Variante basiert, eine verbesserte Antikörperantwort gegen die ansteckenderen Omicron-Subtypen zeigen. Der US-Hersteller hat im März dieses Jahres klinische Tests mit dem kombinierten omicron-Auffrischimpfstoff begonnen. Moderna hofft, dass der neue Booster-Impfstoff in den nächsten Monaten von den Aufsichtsbehörden zugelassen wird.



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