Mittwoch, Februar 8, 2023
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Corona-Situation unter Zensur China feiert das Jahr des Hasen im Schatten der Pandemie

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In China beginnt das Jahr des Hasen. Das Sternzeichen steht für Harmonie und Langlebigkeit. Doch westliche Corona-Experten befürchten wegen der Reisewelle eine massive Infektionswelle. Sie rechnen täglich mit Zehntausenden Toten, während Peking die Zensur verschärft.

Chinesen auf der ganzen Welt begrüßten das neue Jahr nach dem traditionellen Mondkalender. Das Jahr des Hasen folgt auf das Jahr des Tigers. Das vierte der zwölf Tierkreiszeichen steht in der chinesischen Mythologie unter anderem für Harmonie und Langlebigkeit. In China fand am Sonntagabend der Jahreswechsel statt.

Es ist das erste Neujahr, seit die kommunistische Regierung in Peking die strengen Corona-Maßnahmen aufgehoben hat. Millionen Familien können an diesem Wochenende zum ersten Mal seit drei Jahren wieder persönlich zusammenkommen. Die meisten Chinesen feiern den Beginn des neuen Jahres mit üppigen Abendessen, während sie sich die jährliche Neujahrsgala im Staatsfernsehen ansehen.

Die Behörden rechneten während der 40-tägigen Reisesaison mit fast zwei Milliarden Passagierreisen, was rund 70 Prozent des Reiseaufkommens vor der Pandemie entspricht. Doch trotz der festlichen Stimmung im Land werden die Neujahrsfeiern erneut von der Pandemie überschattet. Während sich die Corona-Lage in Großstädten wie Peking und Shanghai nach einer rasanten Infektionswelle im Dezember weitgehend normalisiert hat, steht der Härtetest in den Hinterlandprovinzen noch aus.

Im Vergleich dazu ist das Gesundheitssystem dort nur rudimentär ausgebaut und Krankenhäuser mit moderner Ausstattung sind oft mehrere Autostunden entfernt. Gleichzeitig sind ländliche Gebiete überwiegend von älteren Bevölkerungsgruppen besiedelt, die in China bisher nur einen unzureichenden Impfschutz hatten: Laut chinesischen Staatsmedien ist ein Viertel der über 60-Jährigen immer noch nicht geboostert. Das Londoner Forschungsinstitut Airfinity rechnet damit, dass die aktuelle Corona-Welle in der kommenden Woche mit bis zu 36.000 Toten pro Tag ihren Höhepunkt erreichen könnte. Solche Prognosen stehen in krassem Gegensatz zu offiziellen Äußerungen der chinesischen Staatsmedien, die die dramatische Lage herunterspielen.

Vizepremier Sun Chunlan sagte am Freitag laut Xinhua, dass die Zahl der schweren Covid-Patienten in den Notaufnahmen stetig abnehme. Gleichzeitig betonte der 72-Jährige, dass das medizinische Personal auf kommunaler Ebene gestärkt und die Versorgung mit Medikamenten im ländlichen Raum sichergestellt werden müsse.

Ein Beamter der Nationalen Gesundheitskommission behauptete diese Woche auch, dass die Zahl der schwerkranken Patienten in Krankenhäusern jetzt weit unter dem Höchststand vom 5. Januar liege. Doch internationale Experten bleiben skeptisch, schließlich lassen sich die offiziellen Angaben kaum überprüfen.

Dies liegt auch an der zunehmenden Intransparenz der Behörden. Die Behörden haben kürzlich eine monatelange Zensurkampagne gestartet, um „dunkle Emotionen“ und „Gerüchte“ zur Corona-Lage in den sozialen Medien zu bekämpfen. Natürlich wollen wir nicht, dass negative Schlagzeilen die festliche Stimmung der Chinesen dämpfen, wenn sie an diesem Wochenende das Jahr des Hasen begrüßen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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