Dienstag, Oktober 26, 2021
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Corona-Tests bis 73,27 Euro kosten ab Montag viel Geld

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Jeder kann sich impfen lassen, das Land muss also die Kosten für Corona-Schnelltests nicht mehr tragen – so der jetzt in Kraft tretende Beschluss von Bund und Ländern. Das bedeutet, dass das Leben für die meisten Ungeimpften jetzt teuer und für alle komplizierter wird.

Ohne Impfung wird der Corona-Alltag für viele ab nächster Woche komplizierter – und auch teurer. Denn Schnelltests, die Nicht-Geimpfte jetzt oft für den Zutritt zu Restaurants oder Veranstaltungen benötigen, sind ab dem 11. Oktober, also ab Montag, nicht mehr für alle kostenlos. So wurde es mehrere Wochen im Voraus angekündigt, nun ist es soweit. Das soll und könnte auch einen praktischen Anreiz für noch Zögernde bedeuten: Tests werden mühsamer und kosten nun meist etwas, Impfungen nicht. Aber es gibt auch Kritik an der Verordnung.

Was ändert sich ab Montag?

Zukünftig müssen Sie in der Regel für Schnelltests durch geschultes Personal inklusive Ergebniszertifikat bezahlen. Für Personen, die nicht geimpft werden können, bleiben sie kostenlos. Dies ist in einer Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn festgelegt, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich im August darauf verständigt, dass das seit März von der Bundesregierung finanzierte Angebot mit kostenlosen „Bürgertests“ für alle ohne Corona-Symptome enden soll. Da kostenlose Impfungen für alle möglich sind, müssen die Testkosten nicht mehr dauerhaft vom Steuerzahler getragen werden.

Für wen genau gibt es weitere kostenlose Tests?

Einige Übergangsregelungen sind geplant. Sie sollten zunächst bis zum 31. Dezember gelten. Tests bleiben bis dahin kostenlos

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat für sie erst vor kurzem eine generelle Impfempfehlung ausgesprochen, sie sollten also mehr Zeit für Impfungen haben.

Die Menschen erhalten in der Regel weiterhin kostenlose Tests

Welche Beweise brauchen Sie jetzt für kostenlose Tests?

Um weiterhin kostenlose Tests zu erhalten, müssen Sie der Teststelle einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen – bei Kindern muss auch das Alter nachgewiesen werden.

Zusätzliche Nachweise wie ein ärztliches Attest sind erforderlich, wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können – eine Diagnose muss laut Ministerium nicht gestellt werden. Darauf müssen jedoch Name, Anschrift und Geburtsdatum sowie Angaben zum Aussteller der Urkunde stehen. Mit der Mutterschaftskarte kann eine Schwangerschaft nachgewiesen werden.

Und was sollen Corona-Tests in Zukunft kosten?

Wie teuer Tests werden, müssen die neuen Marktbedingungen erst noch zeigen. In letzter Zeit sind Angebot und Nachfrage durch immer mehr Impfungen zurückgegangen. Auf einem Informationsportal waren beispielsweise zeitweise rund 6.000 Apotheken zu finden, die Tests machten. Nach Angaben des Verbandes sind es mittlerweile 4400. Neben Apotheken wurden bundesweit auch tausende Testzentren eingerichtet. Die ersten sind schon wieder dicht, ab Montag könnte eine regelrechte Schließungswelle folgen. Kosten für Material, separate Räume und Personal müssen vom Anbieter kalkuliert werden. Es wird erwartet, dass sich Preise um die 20 Euro am Markt etablieren werden. Wer sich vom Bayerischen Roten Kreuz testen lassen will oder muss, kommt noch relativ günstig weg. „Der Testpreis in den BRK-Testzentren liegt derzeit bei 11,50 Euro“, so das BRK. Auf Sylt und in Hannover werden derzeit Schnelltests für 15 Euro angeboten, in Berlin und München können Testtermine für die nächste Woche problemlos für 19,90 Euro gebucht werden, im brandenburgischen Cottbus werden 27,48 Euro fällig. An den Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt sind 29 Euro zu zahlen. In Leipzig und Dresden kosten Tests je nach Anbieter bis zu 34,90 Euro, am Flughafen Stuttgart mit 35 Euro und das Testcenter in der Kölner Südstadt will sogar 42,75 Euro. Nur am Flughafen München ist es teurer. Der Anbieter Medicare verlangt 73,27 Euro. Profi-Schnelltest natürlich.

Bisher wurden den Anbietern für jeden Schnelltest 11,50 Euro gezahlt, für genauere PCR-Tests rund 43 Euro. Für Selbstzahler sind diese allerdings oft teurer – je mehr desto schneller kommt das Laborergebnis. Die Bundesregierung wies darauf hin, dass Mitarbeiter in Unternehmen kostenlos getestet werden können.

Welche Argumente sprechen gegen bezahlte Tests?

Der grüne Gesundheitsexperte Janosch Dahmen warnte davor, dass der Wechsel zu früh käme. „Ohne kostenlose Tests werden wir weniger Testergebnisse erhalten und mehr Infektionen werden unentdeckt bleiben“, sagte er. „Wir laufen in eine Schattenpandemie.“

Anstatt kostenlose Tests zu entfernen, sollten sie mit der Impfkampagne verknüpft werden. „Wer die Impfberatung annimmt, sollte im Gegenzug einen kostenlosen Test erhalten.“ Dem Bund sind jedenfalls erhebliche Kosten entstanden. Seit Beginn einer gesonderten Erfassung der „Bürgertests“ durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung Anfang Juli wurden dafür mehr als eine halbe Milliarde Euro in Rechnung gestellt.

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