Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Corona und Inflation lassen die Kaufbereitschaft der Menschen sinken

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Insbesondere deutsche Verbraucher scheinen immer weniger bereit zu sein, größere Anschaffungen zu tätigen. Die immer dramatischer werdende Corona-Situation bremst den Konsum – aber sie ist nicht der einzige Grund für die Kaufzurückhaltung.

Stark steigende Corona-Infektionen und hohe Inflation dämpfen zunehmend die Kauflaune der Deutschen. Der Konsumklimaindex des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK ist deutlich um 2,6 auf minus 1,6 Punkte gefallen, wie das Marktforschungsunternehmen mitteilte. „Das Konsumklima wird derzeit von zwei Seiten erfasst“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Angesichts der hohen Ansteckungsraten machten sich Sorgen über weitere Einschränkungen breit. Zudem schmelze eine hohe Inflationsrate von aktuell 4,5 Prozent die Kaufkraft der Verbraucher, so Bürkl: „Das dämpft die Aussichten für das kommende Weihnachtsgeschäft etwas.“

Die Anschaffungsneigung teurer Güter wie Möbel oder Autos fiel auf ein Neunmonatstief – und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2021. Im vergangenen Monat hatte das Konsumklima den höchsten Stand seit April 2020 erreicht.

Der Konsum ist eine wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Für ihre repräsentativen Studien zum Verbrauchervertrauen führt die GfK monatlich Verbraucherinterviews durch. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 4. bis 15. November rund 2000 Personen befragt.

Mit der Abschwächung des Konsums verschlechtern sich auch die Aussichten für das deutsche Wirtschaftswachstum. Im dritten Quartal hatte Europas größte Volkswirtschaft vom privaten Konsum profitiert, der um kräftige 6,2 Prozent gewachsen ist. Insgesamt stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte und damit eine frühere Schätzung von 1,8 Prozent leicht revidierte.

Doch nun funktioniere die vierte Corona-Welle „wie eine Handbremse für die Wirtschaft“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. „Auch wenn man sein Geld ausgeben will, geht das nicht ohne weiteres“, glaubt Union Investment-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch die anhaltenden Lieferengpässe, die das Angebot einschränkten, wirkten sich negativ auf den Konsum aus. Einige Ökonomen erwarten, dass die deutsche Wirtschaft bis zum Jahresende bestenfalls stagniert – oder sogar schrumpft.



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