Montag, Oktober 18, 2021
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Coronavirus-Pandemie: Bericht wirft Johnson schwere Fehler vor

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Ein parlamentarischer Bericht liefert Großbritanniens Premierminister Johnson ein schlechtes Zeugnis: Zu Beginn der Pandemie habe er mit einem Lockdown zu lange gewartet. Der Ansatz der Regierung war falsch und kostete Menschenleben.

Ein Parlamentsbericht hat den Umgang des britischen Premierministers Boris Johnson mit dem Coronavirus kritisiert. Die Verzögerung einer Sperrung zu Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr war laut Untersuchungsbericht „einer der größten Versäumnisse der öffentlichen Gesundheit“ in der Geschichte des Landes. Der „falsche“ Ansatz der Regierung kostete Tausende von Menschenleben.

Die Abgeordneten kritisierten nicht nur die Regierung dafür, dass sie zu spät Ausgangssperren für die eigene Bevölkerung verhängt habe, sie wiesen auch darauf hin, dass Großbritannien seine Grenzkontrollen sehr spät verschärfte. Demnach habe die Regierung das Coronavirus zunächst unterschätzt und mit den falschen Modellen gearbeitet. Der Regierungskurs „hätte von allen mehr hinterfragt werden sollen“.

Die Strategie der Regierung in den ersten drei Monaten der Krise spiegelte den offiziellen wissenschaftlichen Rat wider, dass eine weit verbreitete Infektion unvermeidlich sei, da die Testkapazitäten begrenzt seien, es keine unmittelbare Aussicht auf einen Impfstoff gebe und die Öffentlichkeit wahrscheinlich keine längeren Schließungen akzeptieren werde, heißt es in dem Bericht. Infolgedessen versuchte die Regierung einfach, die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, anstatt zu versuchen, sie ganz zu stoppen. Dies war ein „schwerwiegender früher Fehler“, den das Vereinigte Königreich mit vielen Ländern in Europa und Nordamerika teilte.

Die Autoren des Berichts loben jedoch auch den frühen Fokus der Regierung auf Impfstoffe als ultimativen Ausweg aus der Pandemie und ihre Entscheidung, in die Impfstoffentwicklung zu investieren.

Mitglieder des Wissenschaftsausschusses und des Gesundheitsausschusses im britischen Unterhaus hatten zahlreiche Zeugen für ihren Bericht gehört, darunter der ehemalige Gesundheitsminister Matt Hancock und der umstrittene Ex-Berater von Johnson, Dominic Cummings, der selbst danach angeklagt wurde, Quarantäneregeln missachtet zu haben seine Covid-Erkrankung stand in der Kritik. Eine unabhängige öffentliche Untersuchung der Corona-Politik der Regierung soll erst im nächsten Jahr folgen.

Großbritannien ist mit rund 138.000 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Während zahlreiche europäische Regierungen relativ früh Corona-Maßnahmen wie Lockdowns beschlossen hatten, konnte Johnson diese erst Ende März 2020 durchsetzen. Kurz darauf landete Johnson selbst mit einer Corona-Infektion auf der Intensivstation, und viele seines Kabinetts Kollegen und Berater infizierten sich. Seine Berater hatten seinerzeit Pläne für eine kontrollierte „Kontamination“ der Bevölkerung in Umlauf gebracht.

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