Samstag, Januar 15, 2022
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"Danke an die Impfkampagne" Sánchez: Neue Corona-Phase beginnt in Spanien

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Von Pandemie zu Endemie? Spaniens Ministerpräsident Sánchez hält dies in seinem Land für bereits möglich und plant Lockerungen. In Deutschland sei eine solche Strategie jedoch nicht ratsam, erklärt Corona-Experte Kaderali. Im Vergleich zu Spanien ist der Anteil der Geimpften und Genesenen bisher zu gering.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht eine neue Phase im Umgang mit der Corona-Pandemie. „Dank der Impfkampagne zeichnet die Zukunft der Pandemie einen ganz anderen Horizont als das, was wir in der Vergangenheit erlebt haben“, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit der italienischen Zeitung „La Stampa“. Deshalb steht Spanien, wie andere Länder auch, kurz vor dem Eintritt in eine neue Phase im Umgang mit der Pandemie. Man müsse vorsichtig bleiben, wisse aber auch, dass dank des Impfstoffs die Belegung in den Krankenhäusern und die Sterblichkeit geringer seien, erklärte der Sozialist.

Sánchez hatte betont, man müsse berücksichtigen, dass sich Covid-19 von einer Pandemie zu einer Volkskrankheit entwickle. Experten arbeiten „seit Wochen“ daran, Covid-19 wie eine Grippe zu behandeln. Es ist daher geplant, die Überwachung von Infektionen zu lockern, um das überforderte Gesundheitssystem zu entlasten. Allerdings hatte die WHO solche Pläne am Dienstag als verfrüht bezeichnet, weil die Entwicklung des Virus schwer vorhersehbar sei.

Einen entspannteren Umgang mit dem Coronavirus, wie er in Spanien erwogen wird, hält der von der Bundesregierung eingesetzte Corona-Experte Lars Kaderali hierzulande nicht für ratsam. „Auch wenn das in Spanien gut läuft, kann man daraus nicht schließen, dass das eine gute Strategie für Deutschland wäre.“ Spanien habe eine deutlich höhere Durchimpfungsrate und deutlich mehr durchgemachte Infektionen, sagt der Bioinformatiker aus Greifswald. „Das bedeutet, dass Spanien näher an dieser endemischen Situation ist.“ Laut Kaderali tragen rund 90 Prozent der spanischen Bevölkerung Corona-Antikörper in sich. „Und da wir in Deutschland sind, würde ich sagen, viel weit weg.“ In Deutschland liegt der Anteil mindestens zehn Prozent niedriger.

Laut Kaderali besteht die Hoffnung, dass bis zum Sommer jeder in der Bevölkerung „das Virus schon einmal gesehen“ hat – entweder durch Infektion oder Impfung, wobei letzteres vorzuziehen ist. Dann könnte das Virus für den kommenden Herbst seinen Schrecken verlieren. Er hofft, dass Restaurantschließungen oder 2G-Regelungen im nächsten Winter kein Thema mehr sein werden. Zunächst sollte die Omicron-Welle jedoch abgeflacht werden, indem Maßnahmen ergriffen werden, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden. Denn obwohl die omicron-Variante wahrscheinlich weniger Krankenhauseinweisungen nach sich zieht als andere Varianten, wird dieser Effekt durch die hohe Infektiosität und viele Fälle kompensiert. Darauf deuteten auch Zahlen aus den USA hin.

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