Sonntag, November 28, 2021
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"Das Geschäftsmodell durchbrechen" Johnson fordert Rückkehr der Migranten nach Frankreich

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Es waren weniger als 48 Stunden seit dem Tod von 27 Menschen im Ärmelkanal, als der britische Premierminister Johnson die Rückführung aller Migranten nach Frankreich forderte. Das soll Schmugglern das Geschäft verderben. Inzwischen hat sich die angespannte diplomatische Lage mit Frankreich beruhigt.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die geordnete Rückführung aller über den Ärmelkanal in Großbritannien ankommenden Migranten nach Frankreich gefordert. „Ich schlage vor, dass wir ein bilaterales Rückübernahmeabkommen ausarbeiten“, sagte er in einem Brief an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der gestern auf Twitter veröffentlicht wurde. Die EU hat schließlich solche Abkommen mit Ländern wie Weißrussland und Russland geschlossen.

„Diese Maßnahme würde sofort wirksam werden und die Zahl der Überfahrten deutlich reduzieren – wenn nicht sogar stoppen – und Leben retten, indem sie das Geschäftsmodell der kriminellen Banden grundlegend bricht“, fügte Johnson hinzu.

Macron und Johnson haben am Mittwochabend miteinander gesprochen, nachdem bei einem Unfall mit einem Flüchtlingsboot im Ärmelkanal mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen waren. Trotz des Unfalls versuchten in der Nacht zum Donnerstag 70 Migranten erneut, von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen.

Die steigende Zahl versuchter illegaler Überfahrten sorgt seit Monaten für Spannungen zwischen Paris und London. Die britische Seite wirft Frankreich vor, nicht genug getan zu haben, um die Überfahrten zu verhindern. Johnson kritisierte zuletzt unter Berufung auf die eigene Souveränität, dass Paris sich bislang geweigert habe, britische Sicherheitskräfte in Frankreich einzusetzen. Macron warnte Johnson nach dem Gespräch am Mittwochabend erneut, „eine dramatische Situation nicht für politische Zwecke auszunutzen“.

Am Donnerstag schienen die diplomatischen Spannungen jedoch zunächst nachgelassen zu haben. Sowohl London als auch Paris sprachen sich für eine bessere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zur Eindämmung der Schmuggelaktivitäten aus.

Nach Angaben der zuständigen französischen Präfektur haben seit Anfang des Jahres 31.500 Flüchtlinge die gefährliche Überquerung des Ärmelkanals versucht. Rund 7.800 Menschen wurden aus Seenot gerettet. Insgesamt sind in diesem Jahr mindestens 34 Menschen auf Reisen über den Ärmelkanal gestorben oder werden vermisst.

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