Freitag, Oktober 7, 2022
StartNACHRICHTENDebatte über Gräber in Izyum Vermisstenbeauftragter: "Ich will das nicht Boucha nennen"

Debatte über Gräber in Izyum Vermisstenbeauftragter: "Ich will das nicht Boucha nennen"

- Anzeige -


Die Entdeckung neuer Gräber in Izyum hat nicht nur den ukrainischen Präsidenten Selenskyj erschreckt. Auf manchen Kreuzen stehen nur Zahlen, die Namen der Toten sind unbekannt. Der Vermisstenoffizier sieht jedoch keine Hinweise auf ähnliche Gräueltaten wie in Bucha.

Bei den in der befreiten Kleinstadt Izyum in der Ostukraine gefundenen Leichen handelt es sich nach Angaben des ukrainischen Vermisstenbeauftragten nicht um ein Massengrab, sondern um eine Vielzahl von Einzelgräbern. „Ich möchte es nicht Boucha nennen – hier wurden Menschen, sagen wir mal, zivilisierter begraben“, sagte Oleh Kotenko dem Fernsehsender Nastoyashchee Vremya.

Ende März wurden im Kiewer Vorort Bucha nach dem Abzug der russischen Truppen Hunderte tote Zivilisten gefunden, einige davon mit Folterspuren. Seitdem gilt Bucha als Symbol schwerster Kriegsverbrechen im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der am 24. Februar begann.

Die Menschen in Izyum hingegen seien vermutlich gestorben, als russische Truppen im Zuge der Eroberung Ende März schwer auf die Stadt feuerten, sagte Kotenko. „Die Mehrheit starb unter Beschuss, das haben wir bereits aus den Daten verstanden: Menschen starben, als sie (die Russen) die Stadt mit Artillerie beschossen“, sagte Kotenko. Einige der Bestattungsunternehmen wussten nicht, wer die vielen Toten waren. Deshalb stehen auf manchen Kreuzen nur Zahlen. Die Behörden versuchen derzeit, ein Register zu finden, wo die Leichen gefunden wurden.

Am Donnerstagabend wurde die Entdeckung eines Friedhofs mit mehr als 440 Gräbern bekannt. Darunter war nach Angaben des Internetsenders Hromadske ein Massengrab, in dem bis zu 25 tote ukrainische Soldaten liegen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Donnerstag von der Entdeckung eines „Massengrabs“ in Isjum, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. „Dies ist nur eines der Massengräber, die in der Nähe von Izyum gefunden wurden“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podoliak. In den von Russland besetzten Gebieten herrschten seit Monaten Terror, Gewalt, Folter und Massenmord.

Auch der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, bezichtigte die russischen Truppen des Mordes. Alle im Massengrab gefundenen Leichen würden exhumiert und forensisch untersucht, kündigte Yermak an. Fotos der Gräber zeigen Kreuze in einem Waldgebiet mit Nummern. Isjum wurde Ende März von russischen Truppen erobert. In der vergangenen Woche wurden sie unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven von dort wieder vertrieben.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare