Freitag, August 12, 2022
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Debatte über Laufzeitverlängerung Söder und Merz besuchen Kernkraftwerk

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Könnten längere Kernlaufzeiten eine mögliche winterliche Energiekrise abfedern? In der Union wird die Frage mit einem klaren „Ja“ beantwortet, in der FDP ist man ebenfalls nicht abgeneigt. Die Spitzen von CDU und CSU dürften hoffen, dass ein Besuch im Reaktor Isar 2 der Diskussion neuen Schwung verleiht.

Vor dem Hintergrund der Debatte um längere Kernlaufzeiten besuchen der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz und der CSU-Vorsitzende Markus Söder heute das Kraftwerk Isar 2 bei Landshut in Bayern. Das passt ins Bild: Die Spitzen der Unionsparteien machen sich wegen der Energiekrise seit Wochen für eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen Reaktoren stark. Söder forderte die Bundesregierung auf, sich in der Frage schnell zu positionieren. „Jetzt sind endlich Entscheidungen gefragt“, sagte er am Mittwochabend.

Wegen der Energiekrise, die sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verschärft hat, wird seit Monaten darüber debattiert, ob die drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland länger laufen sollen, als es die aktuelle Rechtslage vorsieht . Die Betriebsgenehmigung für den Kernreaktor Isar 2 sollte eigentlich Ende des Jahres auslaufen, ebenso wie die beiden anderen verbleibenden Reaktoren Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Die Bundesregierung hat noch keine endgültige Entscheidung für oder gegen eine Laufzeitverlängerung der Kernreaktoren getroffen.

Bundeskanzler Olaf Scholz hält längere Laufzeiten für Kernkraftwerke für möglich. Die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland sind nur für die Stromerzeugung relevant und nur für einen kleinen Teil davon. „Aber es kann trotzdem Sinn machen, weil das Ausbauniveau der erneuerbaren Energien in den einzelnen Ländern in Deutschland sehr unterschiedlich ist“, sagte der SPD-Politiker. Er verwies auch auf den noch laufenden „sehr, sehr strengen“ Stresstest zur Stromversorgungssicherheit in Deutschland. Daraus werden Schlussfolgerungen gezogen.

Die FDP hatte sich zuletzt für eine Verlängerung ausgesprochen. Auch die Grünen äußerten sich, dass zumindest ein sogenannter Streckbetrieb – also eine Weiternutzung mit den bisherigen Brennstäben bis zum nächsten Sommer – unter Umständen vertretbar sei. „Eine einfache Verlängerung der Laufzeiten wird es nicht geben“, betonte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, gegenüber der „Neuen Westfälischen“. Der Atomausstieg sei „gesetzlich klar geregelt“ – jede Änderung des Atomgesetzes müsse im Bundestag beschlossen werden.

„Wir werden den Atomausstieg nicht revidieren“, sagte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Atomkraft ist sehr teuer und risikoreich, und bis heute ist nicht klar, wie und wo Atommüll sicher entsorgt werden soll. 2011 beschloss die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie für Deutschland. In der Union war der Atomausstieg viele Jahre sehr umstritten, bevor die Debatte zuletzt wieder aufflammte.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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