Sonntag, September 25, 2022
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Debatte um Anschlusslösung: Das 9-Euro-Ticket endet – wie geht es weiter?

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Das 9-Euro-Ticket läuft bald aus, aber eine Nachfolgelösung ist nicht in Sicht. Stattdessen besteht das Risiko einer Preiserhöhung. Welche Ideen noch auf dem Tisch liegen – ein Überblick.

Mit dem 9-Euro-Schein sollten die Bürger eigentlich finanziell entlastet werden. Doch mit dem Wahlkampfschluss an diesem Mittwoch droht aus Sicht der Bundesländer bald die Preiserhöhung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Grund ist der Streit um eine spätere Lösung zwischen Bund und Ländern.

Eine Übersicht zur Vorgehensweise:

Eine Verbindungslösung gibt es bisher nicht. Ab Donnerstag, dem 1. September, kehrt alles zur Normalität zurück. Einige Bundesländer haben Ideen und Initiativen vorgebracht: zuletzt Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die ihr 9-Euro-Ticket in die Hauptstadt über den August hinaus gesteckt hat.

Doch am Ende warten alle Beteiligten auf einen Vorschlag von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). „Wir brauchen eine einfache Lösung, die Länder sind bereit dafür“, sagte die Bremer Verkehrssenatorin und Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK), Maike Schäfer (Grüne).

Die meisten Ideen beziehen sich auf das Preisniveau eines künftigen Monatsabos: Von 9 bis 69 Euro liegen inzwischen zahlreiche Vorschläge vor.

Die größte Hürde ist wie so oft die Frage der Finanzierung. Bund und Länder drängen sich seit Wochen gegenseitig auf, dafür Verantwortung zu übernehmen. Aus Sicht der Bundesländer ist klar: Ein weiteres günstiges Ticket für den ÖPNV kann es einfach nicht geben.

Auch das Basisangebot im Nahverkehr muss verbessert werden: mehr Infrastruktur, mehr Personal, mehr Fahrzeuge. Die Länder fordern daher von der Bundesregierung eine deutliche Aufstockung der sogenannten Regionalisierungsfonds, mit denen der Bund den ÖPNV in den Ländern und Kommunen mitfinanziert.

Zusätzlich zu den bereits geforderten 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wollen die Verkehrsminister mit Verweis auf hohe Energiepreise für die Jahre 2022 und 2023 jeweils 1,65 Milliarden Euro zusätzlich. Sonst müssten Unternehmen die ÖPNV-Preise bald anheben: Statt Busse und Bahnen günstiger anzubieten, würde das Reisen teurer.

Wissing gab den Ball zurück. „Die Bürger erwarten von der Politik, dass sie Lösungen findet und nicht die Verantwortung abwälzt“, sagte er nach einem VMK-Treffen in der vergangenen Woche. Er ist bereit, darüber zu sprechen, wie der öffentliche Nahverkehr attraktiver und digitaler werden kann. Ihre Organisation obliegt den Bundesländern.

Das ist durchaus realistisch. Teilweise wurden bereits deutliche Tariferhöhungen beschlossen. So steigen die Fahrpreise in und um Stuttgart zum Jahresbeginn um durchschnittlich 4,9 Prozent und im Großraum Nürnberg um 3 Prozent. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund gab es im Juli bereits 3,9 Prozent Zuschlag.

Im September und Oktober werden vielerorts weitere Gremien der Verkehrsverbünde über den künftigen Tarif beraten. Bis dahin ist für das 9-Euro-Ticket keine Anschlusslösung zu erwarten. Hohe Strom- und Dieselpreise belasten viele Transportunternehmen und könnten sich in vielen Fällen auf die Tarife auswirken.

Es ist vollständig geöffnet. Aber dieses Jahr sollte es nicht mehr sein. Allein für die technische Umsetzung einer Daueranschlusslösung für das 9-Euro-Ticket benötigen die Verkehrsunternehmen aus Sicht ihres Berufsverbandes etwa drei Monate.

Wenn die Politik zum 1. Januar nächsten Jahres ein neues Angebot auf den Weg bringen wolle, sollten die politischen Entscheidungsprozesse „idealerweise“ bis Anfang Oktober abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher des VDV der Deutschen Nachrichten-Agentur.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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