Dienstag, August 9, 2022
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Debatte um Antisemitismus Neuer Fachausschuss irritiert über Documenta-Leitung

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Wegen der Ausstellung antisemitischer Werke gab es bereits mehrere Vorwürfe gegen die documenta. Ein neues Komitee soll die Vorfälle untersuchen. Von Anfang an kritisierten die Experten die Leitung der Kunstschau.

Ein neu geschaffener Ausschuss zur Aufarbeitung der Antisemitismus-Vorfälle auf der documenta in Kassel hat die Führung der Kunstmesse kritisiert. „Die von ihr vertretene Position, dass weder weitere Kunstwerke wegen antisemitischer Inhalte entfernt noch die Werke systematisch untersucht werden müssen, widerspricht einem professionellen und ergebnisoffenen Dialog“, erklärte die wissenschaftliche Begleitung.

Das aus sieben Wissenschaftlern bestehende Gremium wurde nach Angaben der Gesellschafter unter anderem damit beauftragt, eine Bestandsaufnahme der Prozesse und Strukturen rund um die Documenta vorzunehmen. Der Vorstand begrüßte diesen Ansatz grundsätzlich. „Wir sind jedoch irritiert, dass die Leitung der Documenta trotz dieses Bekenntnisses zur Offenheit wesentliche Fragen zum Umgang mit antisemitischer Kunst im Moment der Einrichtung des Gremiums, das ihre Arbeit begleiten soll, zu definieren scheint. “, erklärten die Wissenschaftler.

Darüber hinaus kritisierte das Gremium die Documenta-Geschäftsführung für ihren Umgang mit Kritik an ihren bisherigen Entscheidungen. Die öffentliche Präsentation antisemitischer Werke und der Umgang damit wird von der jüdischen Gemeinde „zu Recht“ als skandalös empfunden. Umso bedauerlicher ist es, dass die Auswirkungen der Debatte auf die jüdische Gemeinde in den öffentlichen Äußerungen zur Kunstschau bisher kaum berücksichtigt wurden. „Wir werden uns als Gremium dafür einsetzen, dass jüdische Perspektiven berücksichtigt und in die Aufarbeitung der Ereignisse einbezogen werden“, kündigten die Wissenschaftler an.

Im Juni sorgte eine Arbeit des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi für Empörung. Es zeigte unter anderem einen Mann mit Schweinsnase, einen Schal mit Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“. Es gab auch ein Bild von einem Mann mit Schläfenlocken, dessen Hut offenbar mit einer SS-Rune geschmückt war. Die Arbeit wurde zuerst abgedeckt und dann entfernt. Die Rufe nach Konsequenzen wurden dann immer lauter. Mitte Juli trat die Generaldirektorin der Kunstausstellung, Sabine Schormann, zurück. In der vergangenen Woche sind weitere antisemitische Bilder aufgetaucht.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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