Donnerstag, August 11, 2022
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Der britische Ölmulti macht Milliardengewinne

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Die aktuellen Geschäftszahlen des britischen Ölkonzerns BP setzen die Serie der enormen Gewinne der Branche fort: Der hohe Ölpreis sorgt für Milliardeneinnahmen in der BP-Bilanz.

Bei Ölpreisen von über 100 USD pro Barrel sehen die Beamten der Ölindustrie steigende Gewinne: BP meldet heute die besten Ergebnisse seit 14 Jahren.

Der zuletzt deutlich gestiegene Ölpreis, aber auch hohe Margen im Raffineriegeschäft, sorgten dafür, dass der britische Ölkonzern BP seinen Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 8,5 Mrd. USD verdreifachte. Damit wurden die Schätzungen der Analysten übertroffen. „Das Unternehmen läuft gut und wird stärker“, kommentierte BP-Chef Bernard Looney.

Für Aktionäre sind das gute Nachrichten. Sie sollen eine um zehn Prozent auf 6,006 Cent je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Darüber hinaus beabsichtigt das Unternehmen, 60 Prozent seiner überschüssigen Barmittel wie geplant für Aktienrückkäufe zu verwenden.

Die führenden westlichen Öl- und Gasunternehmen profitieren von den explodierenden Energiepreisen im Zuge des Ukraine-Krieges. Sie kommen im zweiten Quartal zusammen auf einen Gesamtgewinn von 59 Milliarden Dollar. Die BP-Konkurrenten Exxon Mobil und Shell meldeten zuletzt Rekordgewinne, auch TotalEnergies konnte seinen Gewinn verdreifachen.

Allerdings stoßen die hohen Gewinne auf heftige Kritik von Verbrauchern und der Opposition in Großbritannien. Denn die Preise für Strom und Gas werden dort ebenso wie in Deutschland deutlich steigen. Das Beratungsunternehmen Cornwall Insight schätzt, dass der durchschnittliche Haushalt ab Oktober 3.358 £ (4.009 €) pro Jahr und ab Januar 3.615 £ als Basistarif zahlen muss.

In Deutschland erhält die Diskussion um eine Überschusssteuer für Konzerne, die von der Energiekrise und steigenden Öl- und Gaspreisen profitieren, durch die Gewinne der Ölmultis neuen Auftrieb. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hält laut einem heute in der „Augsburger Allgemeinen“ veröffentlichten Interview an der Forderung nach einer solchen Sondersteuer fest.

Die Gegenfinanzierung von Entlastungen für Verbraucher „kann auch durch eine Überschuss-Gewinnsteuer für Unternehmen erfolgen, die von der Krise profitieren, ohne selbst zusätzliche Beiträge zu leisten“, sagt Esken. Eine Steuer auf krisenbedingt überhöhte Unternehmensgewinne lehnt der Koalitionspartner FDP jedoch ab.

Grundsätzlich ermöglichen es die hohen Gewinne der Mineralölkonzerne den Unternehmen aber auch, in Geschäftsfelder wie erneuerbare Energien zu investieren. BP-Chef Looney etwa versprach bei seinem Amtsantritt 2020, dass das Unternehmen schnell von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen werde. BP und das norwegische Energieunternehmen Equinor bauen gemeinsam riesige Windparks vor der Küste von New York und Massachusetts. Bis 2030 sollen diese gut 50 Gigawatt Strom erzeugen – das wäre mehr als die derzeitige Gesamtleistung britischer Windkraftanlagen zusammen. Bis heute ist Großbritannien der größte Offshore-Windmarkt der Welt.

Das Unternehmen plant außerdem, seine Ausgaben für die Exploration und Verarbeitung von Öl und Gas um 500 Millionen US-Dollar zu erhöhen. Laut Looney ist dies eine Reaktion auf die globale Versorgungskrise.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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