Samstag, Januar 22, 2022
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Der CSU-Politiker hat über eine Verfolgung von Söder nachgedacht "breiterer Ansatz" bei Corona

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Bisher bezeichnete sich Bayerns Ministerpräsident Söder stets als Teil des „Vorsichtsteams“ in der Corona-Politik. Doch der Jahreswechsel bewirkt beim CSU-Mann einen Sinneswandel. „Es wird nicht mehr ausreichen, die Situation nur aus medizinischer und virologischer Sicht zu betrachten“, sagt er.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will angesichts der Omicron-Variante einen „breiteren Ansatz“ in der Corona-Politik verfolgen. „Ich habe lange über den Jahreswechsel nachgedacht, viele Gespräche geführt – privat und politisch – und auch tiefe Lehren aus diesen beiden Corona-Jahren gezogen“, sagte der CSU-Politiker dem „Münchner Merkur“. „Es wird nicht mehr ausreichen, die Situation nur aus medizinischer und virologischer Sicht zu betrachten. Wir müssen auch die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker berücksichtigen.“

Die Gesellschaft ist nicht in zwei gleiche Teile gespalten, aber sie ist gespalten. „Eine kleine Gruppe von Querdenkern mit sehr abstrusen Argumenten, eine große Gruppe von sehr vorsichtigen Menschen, aber auch einige, die sich an alle Regeln gehalten haben, aber erschöpft und müde sind und am Sinn mancher Vorschriften zu zweifeln beginnen.“

Mit Blick auf die Omikron-Variante warnte Söder: „Wir müssen die Situation in den nächsten zwei Wochen sehr genau beobachten.“ Bisher haben Experten eine geringere Patientenzahl in den Krankenhäusern und mildere Verläufe beschrieben. „Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau abstimmen, welche Regeln unbedingt notwendig, aber auch verhältnismäßig sind. Wir wollen ‚Team-Vorsicht‘ und ‚Team-Besonnenheit‘ zusammenbringen.“

Der Ministerpräsident fügte hinzu: „Wir müssen erkennen, dass die Gesellschaft mehr von uns erwartet, als nur jeden Tag neue Vorschriften zu erlassen. Wir müssen unser Handeln künftig präziser und nachvollziehbarer begründen.“ Bisher positionierte sich Söder als Verfechter besonders strenger Corona-Maßnahmen.

Bereits für den nächsten Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern am 24. Januar kündigte er an, an Anpassungen arbeiten zu wollen. Deshalb wolle er bundesweit und mit der Bundesliga darüber sprechen, Zuschauer wieder in die Stadien zu lassen. In Bayern soll künftig jeder zweite Sitzplatz bei Kulturveranstaltungen besetzt werden dürfen. Er will auch zu einer Hotspot-Strategie zurückkehren, bei der Maßnahmen ab einer Inzidenz von 1000 und einer gewissen Auslastung der Intensivbettenkapazität greifen sollen.

Söder kündigte im „Münchner Merkur“ zudem an, mit Kritikern der Maßnahmen sprechen zu wollen. Neben Rechtsextremisten gebe es bei Corona-Demos „Menschen, die sich einfach verunsichern und beschweren“. Söder sagte: „Wir müssen noch einmal mit ihnen sprechen, denn nicht jeder, der skeptisch ist, ist ein Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker oder Rechtsextremist. Mehr zuhören ist der erste Schritt zur Heilung.“

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