Samstag, Juni 25, 2022
StartNACHRICHTENDer erbitterte Kampf um die Wahrheit vom 6. Januar

Der erbitterte Kampf um die Wahrheit vom 6. Januar

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Der Einfluss des Ausschusses auf das republikanische Lager dürfte daher gering sein. Zumal auch das Trump-Lager und die dazugehörigen Medien die Anhörung live übertragen werden, allerdings behutsam eingebettet in die Geschichten von Trumps Unschuld.

Zum Auftakt der öffentlichen Anhörungen soll die rechtsextreme Gruppierung „Proud Boys“ im Mittelpunkt stehen. Zeuge soll der britische Dokumentarfilmer Nick Quested sein. Er begleitete und filmte Mitglieder der rassistischen „Proud Boys“ in den Tagen vor dem Capitol-Sturm. Während seiner Anhörung wird bisher unveröffentlichtes Filmmaterial gezeigt, das zeigt, dass es „Proud Boys“ waren, die die Polizeibarrikaden am Kapitol niedergerissen haben. Die Gruppe fungiert seit vielen Jahren als eine Art parapolizeilicher Schutztruppe für Trump und seine Unterstützer.

Aber auch Äußerungen von Trump werden wohl diskutiert werden. Diese sollen zeigen, wie der damalige Präsident eine Unterbrechung der Wahl seines Nachfolgers Joe Biden im Kongress herbeiführen wollte. Mittel zum Zweck: Vizepräsident Mike Pence und anarchisches Chaos auf den Straßen Washingtons. Pence hat kaum mit dem Untersuchungsausschuss kooperiert. Er könnte aber dennoch zur Schlüsselfigur werden, denn ehemalige Mitarbeiter von ihm haben gegenüber Ermittlern ausgesagt.

Wie viel positives Feedback der Sturm auf das Kapitol bis heute bei Trumps Anhängern ausgelöst hat, lässt sich unter anderem mit einem Argument erklären, das in der Diskussion um Waffenrechte immer wieder betont wird. Der Besitz von Waffen, selbst von automatischen Kriegswaffen, ist ebenfalls ein Grundrecht, weil sich das amerikanische Volk jederzeit gegen eine illegitime Regierung wehren muss. Wie im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Trumps Narrativ von der gestohlenen Wahl ließ daher Gewalt als legitimes Mittel erscheinen. Bis heute weigern sich hochrangige Republikaner, wie der potenzielle nächste Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, Joe Biden als legitimen Gewinner anzuerkennen.

Wie eng Trumps Verbindungen zu den Rebellen sein müssen, zeigt sich gerade an dem Tag, an dem die Anhörungen beginnen sollen. Das FBI hat den Republikaner Ryan Kelley festgenommen. Er kandidiert für das Amt des Gouverneurs im Bundesstaat Michigan und ist ein großer Trump-Anhänger. Kelley war am 6. Januar offenbar selbst dort und beteiligte sich an der Erstürmung des Kapitols, wie unter anderem diese Filmszene beweisen soll.

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