Montag, August 15, 2022
StartNACHRICHTENDer Fachkräftemangel verschärft sich laut ifo Institut

Der Fachkräftemangel verschärft sich laut ifo Institut

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Laut einer Umfrage hat der Fachkräftemangel in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Fast die Hälfte der Unternehmen sieht laut ifo Institut ihr Geschäft beeinträchtigt. Einige Branchen sind besonders hart betroffen.

Der Fachkräftemangel bereitet der deutschen Wirtschaft zunehmend Sorgen. Im Juli waren 49,7 Prozent der befragten Unternehmen betroffen, teilte das Münchener ifo-Institut mit. Das ist der höchste Wert seit Beginn der vierteljährlichen Umfrage der Ökonomen im Jahr 2009.

Damit wurde der bisherige Rekord vom April von 43,6 Prozent deutlich übertroffen. „Immer mehr Unternehmen müssen ihr Geschäft zurückfahren, weil sie einfach nicht genug Personal finden“, sagt ifo-Arbeitsmarktexperte Stefan Sauer. „Mittel- und langfristig dürfte sich dieses Problem noch verschärfen.“

Das Problem hat seit Beginn der Erhebung stark zugenommen: Anfangs lagen die Werte noch bei rund zehn Prozent, bis 2019 kletterten sie auf rund 30 Prozent. Die Corona-Krise hatte für einen zwischenzeitlichen Einbruch gesorgt, doch seit Anfang 2021 steigen die Werte wieder deutlich an.

Am stärksten betroffen ist die Dienstleistungsbranche mit 54,2 Prozent, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 44,5 Prozent. Nach eigenen Angaben haben 41,9 Prozent der Unternehmen im Einzelhandel Probleme, im Baugewerbe 39,3 Prozent und im Großhandel 36,3 Prozent. Unter den Dienstleistern sind die Zeitarbeit mit 77,9 Prozent sowie die Rechts- und Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung mit 71 Prozent am stärksten betroffen. Den geringsten Fachkräftemangel verzeichnen die pharmazeutische und die chemische Industrie mit 17,2 bzw. 24,1 Prozent. Auch die Automobilindustrie liegt mit 30,5 Prozent unter dem Durchschnitt, ebenso der Maschinenbau mit 43 Prozent.

Zuletzt beklagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer den Fachkräftemangel. Demnach fehlen allein dem Handwerk in Deutschland mindestens eine Viertelmillion qualifizierte Mitarbeiter. Zwischen 15.000 und 20.000 Ausbildungsstellen bleiben jedes Jahr unbesetzt.

Die Bundesregierung treibt daher Pläne zur Reform des Ausländerrechts voran. „Wir wollen, dass ausländische Fachkräfte leichter und schneller den Weg nach Deutschland finden“, erklärten Innenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD). Im Herbst könnten Eckpunkte für eine Reform des Ausländerrechts vorgelegt werden.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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