Dienstag, August 9, 2022
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Der gefährlichste Punkt? : Warum die Situation um Taiwan so explosiv ist

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Geostrategisch wichtig im Pazifik, von China als sein eigenes angesehen: weil Taiwan einen neuen Konflikt zwischen den Weltmächten auslöst.

Der Streit um Taiwan ist einer der gefährlichsten Brennpunkte der Welt. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine wächst weltweit die Sorge, dass China versuchen könnte, die demokratische Insel auf die gleiche Weise zu erobern. Die Vereinigten Staaten setzen sich seit langem für Taiwans Verteidigungsfähigkeit ein, was bisher vor allem Waffenlieferungen bedeutete.

Ein militärischer Konflikt hätte enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Auch die beiden Atommächte China und die USA stehen sich gegenüber. Fragen und Antworten.

Der kommunistische Machtanspruch geht auf die Gründungsgeschichte der Volksrepublik China zurück. Nach der Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten zog die chinesische Nationalregierung Kuomintang mit ihren Truppen nach Taiwan, während Mao Tsetung 1949 in Peking die Volksrepublik ausrief. Der heutige Staats- und Parteichef Xi Jinping sieht eine „Vereinigung“ mit Taiwan als „historische Mission“.

China zwingt jedes Land, das diplomatische Beziehungen zu Peking wünscht, keinen offiziellen Kontakt zu Taiwan zu unterhalten. Wir sprechen vom „Prinzip eines China“. Danach ist Peking der einzige legitime Vertreter Chinas.

Unter chinesischem Druck wurde Taiwan aus den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen ausgeschlossen. Nur weniger als zwei Dutzend kleinere Länder unterhalten noch diplomatische Beziehungen. Deutschland oder die Vereinigten Staaten unterhalten nur eine inoffizielle Vertretung in Taipei.

Die meisten Taiwanesen betrachten sich seit langem als unabhängig und wollen zumindest den Status quo bewahren. Sie wollen auch international als Demokratie anerkannt werden und sich nicht einem diktatorischen System wie in Festlandchina unterwerfen.

1994 verwandelte sich Taiwan von einer Diktatur in eine lebendige Demokratie. Aus Sicht der Regierung sollte jede Änderung des Status quo von den heute 23 Millionen Taiwanesen demokratisch beschlossen werden.

Unter Xi Jinping hat die Gefahr stark zugenommen. Zu diesem Zweck hat China vor allem seine Marine und Luftfahrt längst modernisiert. Es wird davon ausgegangen, dass der mächtige Präsident das Projekt noch während seiner Amtszeit umsetzen will. Im Herbst will Xi Jinping für weitere fünf Jahre bestätigt werden. Weitere Mandate sind denkbar.

Nachdem die USA in diesem Punkt aus Gründen der Abschreckung „strategisch zweideutig“ blieben, ging US-Präsident Joe Biden weiter als seine Vorgänger. Er hat es wiederholt als „Verpflichtung“ bezeichnet, Taiwan zu verteidigen. Mit beiden Waffenlieferungen und seinen eigenen Truppen ließ er es offen. Nach der diplomatischen Anerkennung Chinas hatten sich die Vereinigten Staaten bereits 1979 mit dem „Taiwan Relations Act“ rechtlich dazu verpflichtet, Taiwans Verteidigungsfähigkeiten weiter zu unterstützen.

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, Taiwan mit „Verteidigungswaffen“ zu versorgen und „Taiwan zu ermöglichen, angemessene Selbstverteidigungsfähigkeiten aufrechtzuerhalten“. Jeder Versuch, „Taiwans Zukunft mit anderen als friedlichen Mitteln zu bestimmen“, wird auch als Bedrohung für den Westpazifik und als große Sorge für die Vereinigten Staaten definiert.

Experten gehen davon aus, dass ein Krieg gegen Taiwan massive und größere Auswirkungen hätte als der russische Angriff auf die Ukraine, Deutschland eingeschlossen. Taiwan ist die Nummer 22 der größten Volkswirtschaften, industriell weit entwickelt und stark mit der Weltwirtschaft verflochten.

Viele der ohnehin knappen Halbleiter stammen von lokalen Unternehmen. Aufgrund der hohen Abhängigkeit vom chinesischen Markt wären deutsche Unternehmen von einer Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen China, ähnlich wie sie gegen Russland verhängt werden, stark betroffen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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