Samstag, November 26, 2022
StartNACHRICHTENDer Kreml schweigt zu Gerüchten über einen Atomzug und ein Atom-U-Boot

Der Kreml schweigt zu Gerüchten über einen Atomzug und ein Atom-U-Boot

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Um das Versagen der eigenen Truppen zu vertuschen, fordern rechte Hardliner in Russland Atomwaffen. Im Westen wächst die Wachsamkeit, ob es entsprechende Aktivitäten gibt. Ein Zug mit Atomwaffen und ein Atom-U-Boot sorgen für Unruhe, die Experten als Signal an den Westen werten.

Der Kreml weist Berichte über einen geplanten Atomtest an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine zurück. „Westliche Medien, westliche Politiker und Staatsoberhäupter beteiligen sich derzeit an nuklearer Rhetorik“, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamts, Dmitri Peskow, in Moskau. „Da wollen wir uns nicht einmischen.“ Die britische Zeitung The Times hatte zuvor berichtet, die Nato habe ihre Mitglieder gewarnt, Präsident Wladimir Putin wolle mit einem Atomtest an der ukrainischen Grenze seine Bereitschaft zum Einsatz von Atomwaffen demonstrieren.

Zudem sei ein russischer Militärzug mit entsprechenden Waffen auf dem Weg in die Ukraine, heißt es in der „Times“-Meldung unter Berufung auf ein Twitter-Video. Der Zug ist mit der 12. Hauptdirektion des russischen Verteidigungsministeriums verbunden. Diese ist unter anderem für die Bereitstellung von Nuklearwaffen zuständig.

Experten betrachteten den Bericht jedoch mit Skepsis. Bisher seien nach Putins nuklearen Drohungen keine ungewöhnlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Moskaus Nukleararsenal festgestellt worden, sagte ein westlicher Regierungsbeamter gegenüber Reportern, der darum bat, anonym zu bleiben. „Wir haben keine Indikatoren oder Aktivitäten gesehen, von denen wir dachten, dass sie außerhalb der Norm liegen. Wir haben keine Aktivitäten gesehen, die über das Normale hinausgingen.“

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock kritisierte Putins wiederholte Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen. „Es ist nicht das erste Mal, dass Putin eine solche Drohung ausspricht“, sagte Baerbock in Warschau. „Sie ist unverantwortlich, wir müssen sie ernst nehmen, wie wir alles ernst nehmen, aber es ist auch … ein Versuch, uns zu erpressen.“ In dieser Hinsicht sollte die internationale Gemeinschaft nicht abgeschreckt werden. Angesprochen auf Berichte, dass ein russischer Zug mit Atomwaffen auf dem Weg in die Ukraine sei, sagte Baerbock, sie wolle nicht spekulieren. Aber sie betonte: „Natürlich haben wir seit Ausbruch dieses Krieges unsere Erkenntnisse ständig mit den Verbündeten abgeglichen.“

Gleichzeitig schrieb die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ über eine angebliche Geheimdienstbotschaft der Nato an ihre Mitglieder. Darin soll das Bündnis davor gewarnt haben, dass das russische Atom-U-Boot K-329 Belgorod aus seinem Hafen im Norden Russlands „verschwunden“ sei. Das Bündnis dürfte daher besorgt sein, dass das U-Boot seine nuklear bestückte Unterwasserdrohne „Poseidon“ testen könnte. Es wäre der erste Test mit dem „Super-Torpedo“, hieß es in dem Bericht.

Professor Andrew Futter, Akademiker und Nuklearwaffenexperte an der University of Leicester, sagte gegenüber The Times, das Atom-U-Boot könne eine Vielzahl von taktischen Funktionen erfüllen und sei weit mehr als nur eine nukleare Trägerplattform. Er vermutete, dass Russland wie im Fall des Zuges versuchte, den Westen zu warnen, sich nicht mehr in den Konflikt einzumischen.

Seit Tagen sorgen russische Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen für erhöhte Wachsamkeit im Westen, insbesondere vor dem Hintergrund der militärischen Rückschläge Russlands in der Ukraine. Auch auf Druck rechter Hardliner in Russland ordnete Putin nach den Misserfolgen in der ukrainischen Region Charkiw die erste Teilmobilmachung des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg an und drohte gleichzeitig: „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist , wir werden natürlich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Russland und unser Volk zu schützen. Das ist kein Bluff.“ Gemessen an der Zahl der Atomsprengköpfe ist Russland die größte Atommacht der Welt: Nach Angaben der Federation of American Scientists verfügt das Land über 5.977 Sprengköpfe, die USA über 5.428.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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