Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTENDer Mord an einem Jogger löst in Irland eine Debatte aus

Der Mord an einem Jogger löst in Irland eine Debatte aus

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Die Ermordung eines 23-jährigen Lehrers am helllichten Tag in einer irischen Kleinstadt hat auf der ganzen Insel Entsetzen ausgelöst. Zehntausende setzen bei Mahnwachen ein Zeichen – dass Gewalt gegen Frauen endlich ein Ende haben muss.

Zehntausende Menschen haben nach der Ermordung einer jungen Frau an fast 100 Mahnwachen in mehreren Städten in ganz Irland und der britischen Region Nordirland teilgenommen. In Tullamore, wo die Leiche des 23-Jährigen gefunden wurde, schlossen Geschäfte und Cafés am Freitag früher als sonst. Zahlreiche Trauernde versammelten sich in einem Park der Stadt, gut 80 Kilometer westlich von Dublin.

Premierminister Micheal Martin nahm an einer Gedenkfeier in der irischen Hauptstadt teil. Der am helllichten Tag begangene Mord an der Lehrerin habe das Land „in Solidarität und Abscheu“ vereint, sagte Martin. Vor dem Parlament wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Die Polizei sagt, sie habe „eine Person identifiziert, die an dem Fall interessiert ist“. Nun warten die Behörden darauf, den Mann zu befragen, der wegen einer Reihe von Verletzungen immer noch in ärztlicher Behandlung ist. Ein festgenommener 40-jähriger Mann sei zuvor wieder freigelassen worden, berichteten Medien.

Das Verbrechen hat eine neue Debatte über die Sicherheit von Frauen auf der Insel Irland ausgelöst. Der 23-Jährige war am Mittwochnachmittag beim Joggen entlang eines Kanals – einer beliebten Strecke für Radfahrer und Läufer – getötet worden. Die Polizei geht von einem Unfallopfer aus.

„Es gibt eine Epidemie der Gewalt gegen Frauen. Das ist seit Tausenden von Jahren so“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Leo Varadkar. „Wir Männer haben eine besondere Verantwortung, die Hintergründe von Gewalt gegen Frauen zu verstehen und unseren Jungs und Teenagern beizubringen, was richtig und was falsch ist.“

Präsident Michael D. Higgins rief die Menschen dazu auf, eine „freundlichere, mitfühlendere und einfühlsamere Gesellschaft“ aufzubauen.



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