Mittwoch, November 30, 2022
StartNACHRICHTENDer Premier zu „Lanz“: Warum: „bemerkenswerter“ Fortschritt in Katar

Der Premier zu „Lanz“: Warum: „bemerkenswerter“ Fortschritt in Katar

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Niedersachsens Ministerpräsident Weil bezeichnet das WM-Gastgeberland Katar als „verlässlichen Partner“. Kritik muss differenziert werden. In einigen Fällen gab es „bemerkenswerte“ Fortschritte.

Nähe zu Katar? Nein. Die WM in Katar ist umstritten – viele distanzieren sich scharf vom Gastgeberland. Stephan Weil kritisiert eine solche Haltung. Katar sei „nach allen Erfahrungen“ ein guter und verlässlicher Partner, sagte der niedersächsische Ministerpräsident am Donnerstagabend gegenüber Markus Lanz.

Es zeichne sich ein differenziertes Bild ab: „Gemessen an den Arbeitsbedingungen, wie sie in Deutschland sind bzw. sein sollten, denn da haben wir ehrlich gesagt auch unsere Schattenseiten, ist das in Katar natürlich nicht vertretbar“, sagte Weil. Aber man muss auch sehen:

Deutschland habe „ein ganz anderes Wertesystem“. Außerdem gilt:

Weils SPD-Parteikollegin Nancy Faeser sorgte weltweit für Aufsehen, als sie beim ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft mit der „One Love“-Armbinde auf der Tribüne auftauchte. Dies sollte ein Signal gegen die homophobe Gesetzgebung in Katar sein.

Zum WM-Gastgeber hat Weil ein anderes Verhältnis. Katar ist der drittgrößte Investor bei Volkswagen, dem größten Arbeitgeber Niedersachsens. Das Emirat hält über einen Staatsfonds 17 Prozent der VW-Aktien und hat zudem zwei Sitze im Aufsichtsrat. Deshalb ist Weil vor drei Jahren mit einer Wirtschaftsdelegation nach Katar gefahren: Die Beziehungen sind eng.

Auch beim Thema Erdgas könnte Katar künftig eine entscheidende Rolle als Lieferant Deutschlands spielen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine suchen deutsche Politiker nach Alternativen zu russischem Gas. Eine weitere Option – Gas aus Deutschland. Genauer gesagt aus Niedersachsen.

Im Bundesland Weil gibt es erhebliche Gasvorkommen. Um sie zu fördern, wäre allerdings Fracking nötig, also die Gewinnung aus der Erde mit Hilfe chemischer Stoffe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, das müsse in Niedersachsen „ohne Ideologien“ geschehen.

Als Weil diesen Vorschlag hörte, kehrte er mit seiner Frau aus Italien zurück. „Wir sind durch den schönen Freistaat Bayern gefahren, da habe ich es im Radio gehört“, sagte Weil. „Wir hatten eine unglaublich schöne und weite Aussicht. Und ich habe mit Schmerzen zugesehen, ich habe kein einziges Windrad gesehen.“

Es sei „toll, dass mein Kollege mir vorgeschlagen hat, was wir in Niedersachsen machen sollen, aber in seinem Land passiert zumindest in Sachen Windenergie nichts“, so Weil weiter. In Niedersachsen gebe es Gasdepots und die Förderung könne „innerhalb weniger Monate“ technisch umgesetzt werden. Aber: „Es gibt kein lokales Thema, das die Menschen so aufregt wie Fracking.“

Kurzfristig helfe Fracking nicht – „langfristig würde ich, wir würden gerne aus dem CO2 raus“. Diese Aufgabe ist großartig. Als Ergebnis urteilte Weil:

Und: „Wir würden die Zeit verlängern, in der wir die fossile Energieerzeugung in Deutschland haben. Und das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir geplant hatten“, bestätigt Weil.

Aufgrund der chemischen Zusätze beim Fracking gibt es immer wieder Bedenken, dass das Grundwasser verseucht sein könnte. Weils Erfahrung: Beim Thema Trinkwasser wurde „eigentlich gar nicht verhandelt“. Wer finanziell nicht vom Fracking profitiert, reagiere „extrem allergisch“ auf die Frage nach einer möglichen Wasserverschmutzung.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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