Samstag, Mai 21, 2022
StartNACHRICHTENDer Schriftsteller Haslinger wird Interimspräsident des PEN

Der Schriftsteller Haslinger wird Interimspräsident des PEN

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Nach dem Rücktritt von PEN-Präsident Yücel trat der gesamte Vorstand des Schriftstellerverbandes zurück. Das Gremium wurde nun vorübergehend ersetzt – mit dem österreichischen Autor Haslinger an der Spitze.

Streitigkeiten und interne Machtkämpfe beim PEN-Schriftstellerverband in Deutschland haben zu einer Umbesetzung an der Spitze geführt. Der Verein wählte nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern auch einen Vorstand.

Allerdings ist der Wechsel vorerst nur vorübergehend, der neue Vorstand ist nur ein Notvorstand und das Präsidium ist vorerst nur interimistisch besetzt. Mit dem österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger kehrt ein bekanntes Gesicht an die Spitze des PEN zurück. Der 66-Jährige war von 2013 bis 2017 Präsident des Vereins.

Auf der Mitgliederversammlung im thüringischen Gotha erhielt Haslinger 133 der 145 abgegebenen Stimmen. Nun soll er den Schriftstellerverband zusammen mit dem Notvorstand bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung führen.

Der Wahl Haslingers war zunächst der überraschende Rücktritt seines Vorgängers, des Journalisten Deniz Yücel, vorausgegangen. Kurz darauf kündigte der gesamte Vorstand seinen Rücktritt an.

Erst im Oktober wurde der 48-Jährige bei der Wahl des neuen PEN-Präsidiums zum Präsidenten befördert. Doch zuletzt hatte der Führungsstil der obersten Ränge für große Verwerfungen in den Reihen der Mitglieder gesorgt.

Bei den Konflikten geht es im Wesentlichen um Beleidigungen, Mobbing-Vorwürfe und den Umgangston. In Gotha äußerten die Mitglieder die Sorge, dass der Grabenkrieg das Ansehen des PEN-Zentrums nachhaltig beschädigen würde. Yücel räumte Fehler in dem auf der Mitgliederversammlung vorgelegten Bericht ein, sah den PEN aber trotz der Konflikte gut aufgestellt.

Ein Antrag auf Abwahl Yücels ist in Gotha gescheitert: Von 161 abgegebenen gültigen Stimmen stimmten 75 gegen die Absetzung des Präsidenten. Das Ergebnis war jedoch denkbar knapp: 73 Abgeordnete hatten für Yücels Abwahl gestimmt.

Kurz darauf gab er selbst seinen Rücktritt und auch seinen Austritt aus dem Verein bekannt. Yücel kritisierte den PEN als „Bratwurstbude“.

Auch der neue Interimspräsident Haslinger gehörte zu Yücels Kritikern. Gemeinsam mit den ehemaligen PEN-Präsidenten Gert Heidenreich, Christoph Hein, Johano Strasser und Regula Venske forderte er Yücel zum Rücktritt auf, nachdem sich Yücel Mitte März auf dem Literaturfestival lit.Cologne für eine Flugverbotszone über der Ukraine ausgesprochen hatte. Ersterer bewertete Yücels Aussage als nicht im Einklang mit der PEN-Charta.

Das PEN-Zentrum Deutschland mit nach eigenen Angaben 770 Mitgliedern ist einer von mehr als 140 Schriftstellerverbänden weltweit, die sich im internationalen PEN zusammengeschlossen haben. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists und Novelists.



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