Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Der Tag des Krieges auf einen Blick Kreml sieht ukrainische Verluste im Süden – Dutzende von Russen werden an der Grenze einberufen und versuchen zu fliehen

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Nach dem Abzug der russischen Truppen aus Lyman im Osten des Landes hat die Ukraine nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über die Stadt zurückerlangt. Lyman sei „vollständig evakuiert“ worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Laut Militärexperten hat Kremlchef Wladimir Putin selbst den Rückzug angeordnet, um die Front in anderen Bereichen zu stärken. Für Kiew war es ein weiterer militärischer Sieg. Im Süden hingegen sollen laut Kreml ukrainische Truppen schwere Verluste erlitten haben. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat nach einem Besuch in der Ukraine weitere Waffenlieferungen für das Land angekündigt. Der 220. Kriegstag auf einen Blick.

Lambrecht sichert der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu

Verteidigungsminister Lambrecht kündigte für das kommende Jahr die Lieferung von 16 slowakischen Panzerhaubitzen an die Ukraine an. Die Anlagen vom Typ Zuzana würden in der Slowakei produziert und gemeinsam mit Dänemark, Norwegen und Deutschland finanziert, sagte die SPD-Politikerin der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ am 24. Februar nach der Rückkehr von ihrer ersten Ukraine-Reise seit Kriegsbeginn. Bei ihrem Besuch in der Schwarzmeerstadt Odessa hatte Lambrecht der Ukraine eine schnelle Lieferung der ersten Einheit des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM zugesichert. Deutschland will Kiew zunächst vier der 140-Millionen-Euro-Anlagen zur Verfügung stellen. Die Finanzierung für drei weitere ist gesichert.

Russland meldet Kämpfe gegen ukrainische Truppen im Süden

Nach Angaben aus Moskau starteten ukrainische Truppen eine Offensive im Süden des Landes. Sie sollen viele Verluste erlitten haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums fanden Kämpfe in der Region Mykolajiw und im Dorf Andriivka in der Region Cherson statt. Mehr als 240 ukrainische Soldaten wurden getötet und 31 Panzer zerstört. Informationen aus dem Kriegsgebiet lassen sich in der Regel nicht oder nur schwer verifizieren.

Experten: Putin selbst hat den Rückzug von Lyman angeordnet

Die Militärexperten des renommierten Institute for the Study of War sehen den Abzug russischer Truppen aus Lyman „mit ziemlicher Sicherheit“ als bewusste Entscheidung Putins. Nicht die Kommandeure haben entschieden, dass die Frontlinien in der Nähe der Städte Kupjansk oder Lyman nicht verstärkt werden, sondern der Präsident selbst. Es deutet darauf hin, dass Putin mehr Anstrengungen unternehmen will, um strategische Gebiete in den Regionen Cherson und Saporischschja zu sichern. Lyman liegt in der Region Donezk.

Nach Schätzungen des britischen Geheimdienstes erlitten die Russen beim Rückzug aus Lyman schwere Verluste. Die Stadt wurde angeblich zuvor von unterbesetzten russischen Einheiten und Reservisten verteidigt. Viele Soldaten sollen beim Rückzug über die einzige noch unter russischer Kontrolle stehende Straße aus der Stadt gestorben sein. Weder aus Kiew noch aus Moskau gab es offizielle Informationen. Mehr als sieben Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Präsident am Freitag Donezk sowie die ukrainischen Regionen Luhansk, Cherson und Saporischschja annektiert – obwohl Moskaus Truppen sie nur teilweise kontrollieren. International wird dieser illegale Schritt nicht anerkannt.

Russisches Gericht: Annexion ukrainischer Gebiete ist legal

Russlands Verfassungsgericht hingegen sieht in der international nicht anerkannten Annexion von vier ukrainischen Regionen keinen Verstoß gegen russisches Recht. Das Gericht erklärte, dass die Aufnahme der Oblaste Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja in die Russische Föderation im Einklang mit der Verfassung stehe.

Deutschland lädt den russischen Botschafter ein

Als Reaktion auf die Annexion der ukrainischen Gebiete und die weitere Eskalation des Krieges bestellte Deutschland den russischen Botschafter ein. Auch in Italien wurde der dortige Botschafter für Montag vorgeladen, in Belgien geschah dies am Freitag.

Russland: Mehr als 180 Männer, die an der Grenze einberufen wurden, versuchen zu fliehen

Russland hat nach eigenen Angaben bereits die Einberufung von mehr als 180 Wehrpflichtigen auf der Flucht an der Grenze zum Nachbarland Georgien zum Militär verhindert. Die Agentur Interfax berichtete, dass ihnen direkt am Grenzübergang Werchni Lars ein Abrufbescheid ausgehändigt wurde. Die von Putin vor rund zehn Tagen angeordnete Teilmobilmachung löste in Russland eine regelrechte Massenflucht aus. Zehntausende Männer flohen nicht nur nach Georgien im Südkaukasus, sondern auch in die zentralasiatischen Ex-Sowjetstaaten Kasachstan und Kirgisistan. Angesichts des Flüchtlingszustroms hatte die Region Nordossetien vergangene Woche Transitbeschränkungen verhängt. Zudem war bereits angekündigt worden, dass Männer im wehrfähigen Alter nun verstärkt an der Grenze kontrolliert werden sollen.

Papst appelliert an Putin und Selenskyj

Angesichts der Eskalation des Krieges forderte Papst Franziskus Kremlchef Putin und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Einlenken auf. Sein Appell richtet sich vor allem an Putin, den er aufforderte, die Gewalt- und Todesspirale auch zu seinem eigenen Wohl zu stoppen eigene Leute. Francis sagte, er sei „zutiefst traurig über die Ströme von Blut und Tränen, die in diesen Monaten vergossen wurden“. „Auf der anderen Seite, tief betrübt über das unermessliche Leid des ukrainischen Volkes infolge der erlittenen Aggression, appelliere ich auch zuversichtlich an den Präsidenten der Ukraine, ernsthaften Friedensvorschlägen gegenüber offen zu sein.“

Lauterbach: Sind im Krieg mit Putin

Gesundheitsdezernent Karl Lauterbach sagte als erster Bundesminister, Deutschland befinde sich „im Krieg“ mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Mit dem Satz reagierte der SPD-Politiker am Samstagabend auf Twitter auf eine Anregung, einzelne Nato-Staaten sollten Russland garantieren, dass die Ukraine nicht in die Nato aufgenommen werde, und damit den Weg für Verhandlungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen das Land vorbereiten. Verteidigungsministerin Lambrecht widersprach ihren Kabinetts- und Parteikollegen. „Es ist ganz klar – sowohl für die Bundesregierung als auch für die gesamte Nato: Wir werden nicht Kriegspartei sein“, sagte Lambrecht in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

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Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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