Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Der Tag des Krieges auf einen Blick Russen verwüsten Cherson – die Ukraine befreit andere Orte

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Während ukrainische Soldaten am Rande von Cherson stehen, versuchen Moskaus Truppen, wichtige Infrastruktur in der Stadt zu zerstören. Unterdessen kündigt Kremlchef Putin strengere Kontrollen der Armeeausgaben an. Washington will der Ukraine mehr Waffen liefern. Der 260. Kriegstag auf einen Blick.

Selenskyj-Berater befürchtet Minenfeld in Cherson

Moskau hat nach eigenen Angaben damit begonnen, seine Truppen aus der südukrainischen Stadt Cherson abzuziehen. In Kiew gibt es Befürchtungen, dass Russland die Stadt in eine Todeszone verwandeln will. „Die russischen Streitkräfte wollen Cherson in eine ‚Stadt des Todes‘ verwandeln“, schrieb Präsidentschaftsberater Mykhailo Podolyak auf Twitter. „Das russische Militär vermint alles, was es kann: Häuser und Abwasserkanäle. Die Artillerie am linken Ufer plant, die Stadt in Trümmer zu verwandeln. So sieht die ‚russische Welt‘ aus: Sie kamen, beraubten, feierten, töteten ‚Zeugen‘, hinterließ Ruinen und ging.“

Medienberichte, dass russische Truppen in Cherson bereits Chaos anrichten, stimmen mit Podolyaks Einschätzung überein. Neben dem Fernsehzentrum seien unter anderem Fernwärmesysteme und Funkmasten gesprengt worden, berichtete die Ukrajinska Pravda. Zudem sei der Strom in der Stadt komplett ausgefallen, ebenso das Internet. Bereits in den vergangenen Tagen waren mehrere Brücken über den Dnipro gesprengt worden.

Die Ukraine meldet Landgewinne

Inzwischen sind nach eigenen Angaben ukrainische Soldaten bereits in den ersten Vorort Cherson eingezogen. Wie der ukrainische Gouverneur der Region Mykolajiw, Vitaly Kim, mitteilte, ist die Stadt Tschernobajiwka bereits unter ukrainischer Kontrolle. Weitere Details wollte er nicht nennen. „Wir schweigen, weil das alles Sache des Militärs ist.“ Der Generalstab der Ukraine sagte, das russische Militär ziehe sich langsam zurück, um seine Verteidigung am linken Ufer des Dnipro zu verstärken.

Zuvor hieß es, ukrainische Truppen seien auf zwei Sektoren in Cherson und Mykolajiw rund sieben Kilometer vorgedrungen. Etwa 264 Quadratkilometer und zwölf Städte seien zurückerobert worden, sagte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Valeriy Saluschnyj, auf Telegram. Bilder aus der kleinen Stadt Snihurivka in der Region Mykolajiw wurden am Morgen verbreitet. Seit Anfang Oktober seien die ukrainischen Einheiten in der Region Cherson bis zu 36 Kilometer vorgedrungen und hätten 1.381 Quadratkilometer und 41 Siedlungen befreit, hieß es.

Kadyrow lobt russischen Rückzug

Der tschetschenische Führer Ramsan Kadyrow begrüßte Moskaus Entscheidung, sich aus Cherson zurückzuziehen. General Sergej Surovikin habe die richtige Entscheidung getroffen und „tausend Soldaten aus einer virtuellen Einkreisung gerettet“, schrieb Kadyrow auf Telegram. Surovikin brachte seine Soldaten in eine strategischere Position. Allerdings äußerte sich Kadyrow auch kritisch und fragte, warum dieser Schritt erst jetzt erfolgt sei.

„Jeder wusste seit den ersten Tagen der Spezialoperation, dass Cherson ein schwieriges Schlachtfeld ist. Die Soldaten meiner Einheiten berichteten auch, dass es sehr schwierig war, in diesem Gebiet zu kämpfen“, schrieb Kadyrow. „Ja, es kann gehalten werden, etwas Munition kann hereingebracht werden, aber der Preis wird viele Leben kosten.“

Putin will mehr Kontrolle über Armeeausrüstung

Angesichts zahlreicher Berichte über unzureichende Ausrüstung russischer Soldaten will Russlands Präsident Wladimir Putin die Geldflüsse für Armeeausgaben stärker kontrollieren. Laut Aufgabenkatalog muss die Regierung bis morgen Vorschläge für eine bessere Ausgabenkontrolle und den gezielten Einsatz von Haushaltsmitteln vorlegen. Um die Qualität der Ausrüstung zu verbessern, soll eine Art direkter Draht zwischen den in der Ukraine eingesetzten Einheiten und den Rüstungsherstellern aufgebaut werden. Damit soll offenbar auch Korruption und die Veruntreuung von Haushaltsmitteln verhindert werden.

Kyiv wird wohl keine „Gray Eagle“-Drohnen bekommen

Im Hinblick auf mögliche Verhandlungen mit Russland übt die US-Regierung nach eigenen Angaben keinen Druck auf die Ukraine aus. „Wir bestehen nicht auf bestimmten Dingen, wir beraten als Partner“, sagte der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan im Weißen Haus. Sullivan kündigte auch neue Militärhilfe in Höhe von 400 Millionen US-Dollar an. Das neue Paket umfasst auch vier Avenger-Luftverteidigungssysteme und Stinger-Raketen sowie Raketen für Hawk-Luftverteidigungssysteme, sagte die stellvertretende Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh.

Allerdings muss die Ukraine offenbar auf „Gray Eagle“-Drohnen verzichten. Kiew hatte monatelang mit Washington über Langstreckendrohnen verhandelt. Wie das „Wall Street Journal“ nun von Insidern erfahren haben will, gibt es in der Biden-Regierung Bedenken, dass die Drohnen den Krieg eskalieren könnten, weil sie mit einer Reichweite von 400 Kilometern potenziell Ziele in Russland erreichen könnten. Zudem wird befürchtet, dass die Technik der Drohnen während eines Einsatzes gestohlen werden könnte.

Die EU erkennt russische Pässe aus besetzten Gebieten nicht an

Die EU wird russische Pässe aus den besetzten Gebieten der Ukraine nicht anerkennen. Darauf einigten sich Verhandlungsführer der EU-Staaten und des Europäischen Parlaments in Brüssel. Gleiches soll für Reisedokumente gelten, die in den abtrünnigen Republiken Südossetien und Abchasien in Georgien ausgestellt wurden, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte.

Im September erklärte Russland nach Scheinreferenden die Region Saporischschja zusammen mit den Regionen Cherson, Donezk und Luhansk für annektiert. Daraufhin schlug die EU-Kommission vor, dort ausgestellte Pässe nicht anzuerkennen. Die Behörde machte damals deutlich, dass dies bereits in fast allen Mitgliedstaaten der Fall sei.

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Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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