Dienstag, August 16, 2022
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Der Tag des Krieges im Überblick Die Ukraine befürchtet eine zweite Bucha in Cherson – Gazprom neckt im Turbinenstreit

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Im Süden des Landes bereiten die ukrainischen Gegenangriffe den Besatzern zunehmend Probleme, doch die Rückeroberung der Dörfer und Städte könnte russische Kriegsverbrechen wieder ans Licht bringen: Die Gouverneur der Region Cherson befürchtet einen zweiten Bucha. Derweil verfolgt der russische Konzern Gazprom den Streit um die Pipeline-Turbine weiter. Der 161. Kriegstag auf einen Blick.

Russland will Heimatstadt Selenskyj erobern

Laut ukrainischen Quellen bereitet Russland eine neue Offensive im Süden des Landes vor. Dazu gehört der Aufbau einer Truppe zur Vorbereitung eines Angriffs auf Krywyj Rih – die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – teilte das Militärkommando der Südukraine mit. Die ukrainisch kontrollierte Stadt ist bekannt für ihre Stahlproduktion und liegt rund 50 Kilometer von der Südfront entfernt. In der ersten Kriegsphase eroberte Russland große Teile der Südukraine.

Gouverneur: Wird mehr Bucha in Kherson sehen

Und ähnlich wie in den früh besetzten Gebieten um Kiew könnte es auch in Cherson passieren. Der Gouverneur der Region, Dmitri Butri, befürchtet, dass russische Truppen auch hier die Zivilbevölkerung massakriert haben. Nach der Befreiung werde es ähnliche Verbrechen des russischen Militärs wie in Bucha geben, wird Butri von der ukrainischen Agentur Interfax zitiert. Er ruft deshalb alle Zivilisten auf, die Region zu verlassen. Nach dem Abzug der russischen Truppen aus Bucha, einem Vorort von Kiew, wurden im Frühjahr Dutzende von Zivilisten entdeckt.

London: Ukrainische Angriffe stören russische Strecken

In Cherson bereiten die ukrainischen Gegenangriffe den russischen Besatzern laut britischen Geheimdiensten zunehmend Probleme. Ein ukrainischer Angriff auf einen russischen Munitionszug habe eine Versorgungsroute von der besetzten Halbinsel Krim vorübergehend unterbrochen, teilte das britische Verteidigungsministerium in einem Update mit. Obwohl die Russen diese Strecke innerhalb weniger Tage reparieren könnten, wird sie eine Schwachstelle bleiben.

Auch die von ukrainischen Raketen beschädigte Antoniwka-Brücke erschwert Moskau die Versorgung seiner Besatzungsarmee westlich des Flusses Dnipro. Die Russen müssten mit ziemlicher Sicherheit eine kürzlich eingerichtete Fährroute für Zivilisten benutzen, um ihre Truppen und Vorräte über den Fluss zu bringen.

Kiew: Der Kampf um Bakhmut in der Ostukraine geht weiter

In der ostukrainischen Region Donezk wird weiter um die Stadt Bachmut gekämpft. Der Feind konzentriere seine Hauptanstrengungen auf diese Stadt, sagte der ukrainische Generalstab. Es gab Artilleriefeuer auf Siedlungen südlich von Bachmut, „um unsere Einheiten zurückzudrängen“. Russische Angriffe seien teilweise abgewehrt worden, hieß es. Diese Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Getreideträgerinspektion abgeschlossen – Ukraine hebt Ernteprognose an

Hoffnung macht derzeit der Frachter „Razoni“, der erstmals seit Kriegsbeginn Ende Februar Getreide aus der Ukraine auf dem Seeweg transportiert. Nach einer dreistündigen Inspektion kann es seine Reise in Richtung Libanon fortsetzen. Spät am Wochenende oder Anfang nächster Woche soll das Schiff sein Ziel erreichen.

Die Ukraine hob daraufhin ihre Prognose für die diesjährige Getreideernte an. Laut Ministerpräsident Denys Schmygal werden nun statt 60 Millionen Tonnen 65 bis 67 Millionen Tonnen erwartet. Auf Telegram lobte er Bauern, die auch in Kampfgebieten weiter ernten würden.

Schröder kritisierte nach einem Interview

Parteiübergreifende Kritik erntete Altkanzler Gerhard Schröder nach kontroversen Äußerungen in einem Interview mit RTL/ntv zur angeblichen Verhandlungsbereitschaft Russlands im Ukraine-Krieg. Vertreter der FDP und der Union verwiesen auf Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, wonach Moskau einen Regierungswechsel in Kiew herbeiführen und die Ukraine von der Landkarte tilgen wolle.

Sie „hört mit großem Ernst mehr auf das, was Herr Lawrow sagt, als auf das, was der Altkanzler sagt“, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, zu RTL/ntv. „Wenn er sagt, Putin will eine Lösung, dann kann ich Ihnen heute schon sagen, wie die Lösung aussehen soll: Putin will nämlich die Ostukraine.“

Gazprom: Sanktionen machen Turbinenlieferung unmöglich

Die Siemens-Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 kann nach Angaben des russischen Konzerns Gazprom wegen westlicher Sanktionen nicht an die Verdichterstation Portovaya geliefert werden. Hintergrund seien Strafmaßnahmen Kanadas, der EU und Großbritanniens, teilte der Energiekonzern mit.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte Russland zuvor vorgeworfen, die Lieferung der wichtigen Turbine zu blockieren, um die gelieferte Gasmenge weiter zu drosseln. Deutschland sucht verzweifelt nach alternativen Energiequellen, um die Lücke zu füllen, die die reduzierten Gaslieferungen aus Moskau hinterlassen haben.

Mit dem Fehlen der in Kanada gewarteten Siemens-Turbine hatte der russische Energiekonzern Gazprom die Kürzung der Gaslieferungen auf nur 20 Prozent des möglichen Umfangs begründet.

Weitere wichtige Texte zum Ukrainekrieg:

Alle weiteren Entwicklungen lesen Sie in unserem Live-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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