Mittwoch, Mai 18, 2022
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Der Tag des Krieges im Überblick Finnland strebt Nato an – Ukraine meldet Treffer auf russisches Logistikschiff

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Die finnische Regierung hat erklärt, ihr Ziel sei der „sofortige“ Beitritt zur NATO. Russland sieht darin eine Bedrohung. Einem Bericht zufolge droht am morgigen Freitag ein Gaslieferstopp aus Russland nach Finnland. Unterdessen meldet die Ukraine einen Aufprall auf ein anderes russisches Schiff, das auf dem Weg zur umkämpften Schlangeninsel gewesen sein soll. Unterdessen behauptet Russland, innerhalb von 24 Stunden Hunderte ukrainische Soldaten getötet und Dutzende Militärfahrzeuge zerstört zu haben. Der 78. Kriegstag auf einen Blick.

Finnland will schnell der Nato beitreten

Der finnische Präsident Sauli Niinistö und Premierministerin Sanna Marin haben den „sofortigen“ NATO-Beitritt ihres Landes gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung befürworteten die beiden die Mitgliedschaft im westlichen Militärbündnis. Die Entscheidung über den offiziellen Beitrittsantrag zum Militärbündnis wird in den nächsten Tagen erwartet. Schweden wird wohl nachziehen. Die NATO hat bereits deutlich gemacht, dass beide Länder willkommen sind. Bundeskanzler Olaf Scholz sicherte Finnland nach der Ankündigung „die volle Unterstützung der Bundesregierung“ auf dem Weg zum Nato-Beitritt zu.

Die russische Führung betrachtete die von Finnland angestrebte Mitgliedschaft „definitiv“ als Bedrohung Russlands. Eine Ausweitung des westlichen Militärbündnisses werde Europa und die Welt nicht stabiler machen, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamts, Dmitri Peskow, der Presse in einer Telefonkonferenz.

Wird Finnland russisches Gas abstellen?

Laut einer Zeitung wurden hochrangige finnische Politiker darüber informiert, dass Russland nach dem Wechsel zur Nato am Freitag die Erdgaslieferungen einstellen könnte. Die Zeitung Iltalehti beruft sich auf ungenannte Quellen. Zwar stammt der Großteil des in Finnland verbrauchten Erdgases aus dem Nachbarland. Gas trägt jedoch nur fünf Prozent zum finnischen Energiemix bei.

Ukraine: „Bobrow“ durch Beschuss in Brand gesteckt

Nach ukrainischen Angaben ist ein weiteres russisches Schiff im Kriegsgebiet von ukrainischem Feuer getroffen worden. Serhiy Bratchuk, Sprecher des Militärhauptquartiers in Odessa, sagte, die Wsewolod Bobrow habe Feuer gefangen. In den sozialen Medien wird sogar vom Untergang des Schiffes gesprochen. Die Angaben wurden noch nicht verifiziert. Die „Vsevolod Bobrow“ ist ein Logistikschiff. Sie gehört zur Elbrus-Klasse, die 2015 erstmals vom Stapel lief. Die „Vsevolod Bobrow“ soll nach langer Bauverzögerung im August 2021 den Kiel verlassen haben. Sie soll auf dem Weg nach Snake Island sein. Nach unbestätigten Angaben soll es unter anderem Flugabwehrgeschütze an Bord haben. Die Russen besetzen Snake Island kurz nach der Invasion. Allerdings gab es in den vergangenen Tagen zahlreiche Drohnenangriffe der Ukraine auf die Insel. Dabei wurden sowohl Geschütze als auch mindestens ein Landungsboot und ein Hubschrauber der russischen Streitkräfte zerstört. Da die Insel aber strategisch sehr wichtig für die Kontrolle des nordwestlichen Teils des Schwarzen Meeres ist, wollen die Russen sie nicht aufgeben.

Russland meldet die Tötung von mehr als 300 ukrainischen Soldaten

Nach eigenen Angaben haben die russischen Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden Hunderte ukrainische Soldaten getötet und zahlreiche Militärfahrzeuge mit schweren Luft- und Raketenangriffen zerstört. „Mehr als 320 Nationalisten wurden getötet und 72 Militärfahrzeuge mit Luft-Boden-Raketen außer Gefecht gesetzt“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konashenkov, heute. Die Angaben waren zunächst nicht von unabhängiger Seite verifizierbar.

Unterdessen beschossen Raketentruppen und Artillerie mehr als 400 Truppenformationen und Militärkonvois, 12 Kommandoposten und 26 feindliche Artilleriestellungen. Im Raum Korotych, nur wenige Kilometer westlich der ostukrainischen Stadt Charkow, soll ein S-300-Luftabwehrsystem abgeschaltet worden sein.

Briten: Russlands Fokus auf Donbass schwächt eigene Truppen bei Charkiw

Nach Angaben britischer Geheimdienste ist die Gegenoffensive der Ukraine nördlich von Charkiw weiterhin erfolgreich. Zahlreiche Städte wurden zurückerobert. Das liegt auch daran, dass sich Russland derzeit auf den Donbass konzentriert und die Truppen im Raum Charkiw enorm geschwächt sind. Es wird davon ausgegangen, dass sich die verbleibenden russischen Truppen zurückziehen, aufgefüllt und neu organisiert werden und dann jeden weiteren Vormarsch ukrainischer Truppen östlich des Flusses Sewerskij Donez stoppen werden. Damit soll vor allem die Versorgung der russischen Truppen im Raum Izyum gesichert werden. Östlich des Flusses verlaufen beispielsweise mehrere Eisenbahnlinien, über die Panzer und Soldaten aus Russland in den Donbass transportiert werden können.

Der ukrainische Außenminister verzeiht der SPD

Bei einem Besuch in Berlin verzieh der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba der SPD ihre Russlandpolitik der vergangenen Jahrzehnte, die von vielen als zu nachgiebig kritisiert wurde. „Die Vorkriegsgeschichte der deutsch-russischen Beziehungen und die Rolle der Sozialdemokraten darin ist heute Geschichte“, sagte Kuleba nach einem Treffen mit SPD-Chef Lars Klingbeil und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich in Berlin.

Der ukrainische Außenminister wies darauf hin, dass Bundeskanzler Olaf Scholz, ein Sozialdemokrat, die deutsche Waffenlieferungs- und Energiepolitik rückgängig gemacht habe. „Ich weiß, dass es nicht einfach ist, solche Entscheidungen zu treffen“, sagte Kuleba. Dass die Kanzlerin dies mit Unterstützung ihrer Partei tat, wertet er als Zeichen der Stärke.

Die Ukraine will westliche Kampfjets

Kuleba brachte auch eine Forderung nach Lieferung westlicher Kampfflugzeuge und Raketenabwehrsysteme zur Verteidigung seines Landes gegen Russland mit. „Vergessen wir die Sowjetsysteme, das ist vorbei“, sagte er im Gespräch mit „Welt“. „Wenn dieser Krieg weitergeht, werden die letzten Bestände an sowjetischen Waffen in den Ländern, die bereit sind, sie uns zu geben, bald erschöpft sein. Einige sind es bereits.“ Außenministerin Annalena Baerbock reagierte zurückhaltend und verwies auf bisherige Positionen der Bundesregierung dazu.

Millionen Tonnen ukrainisches Getreide dürfen nicht exportiert werden

Die G7-Gruppe führender Demokratien will sicherstellen, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskriegs ein wichtiger Getreideexporteur bleibt. Außenministerin Annalena Baerbock sagte heute zum Auftakt der Beratungen mit Kollegen aus den anderen G7-Staaten in Weißenhäuser Strand an der Ostsee, man bespreche, wie man die von Russland verhängte Getreideblockade durchbreche und ukrainisches Getreide in die Welt bringe. Nach Angaben des Grünen-Politikers liegen derzeit wegen des Krieges 25 Millionen Tonnen Getreide in ukrainischen Häfen fest, vor allem in Odessa.

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EINAlle weiteren Entwicklungen lesen Sie in unserem Live-Ticker zum Ukraine-Krieg.

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