Samstag, Mai 21, 2022
StartNACHRICHTENDer Waffenhändler Bout, Basketballspieler Griner, soll offenbar ausgetauscht werden

Der Waffenhändler Bout, Basketballspieler Griner, soll offenbar ausgetauscht werden

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US-Basketballstar Griner sitzt seit Februar in russischer Haft. Während ein Prozess wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels näher rückt, wird hinter den Kulissen an einer Lösung gearbeitet. Angeblich wird ein Austausch mit einem bekannten Waffenhändler vorbereitet.

Die US-Basketballerin Brittney Griner, die sich seit Februar in russischem Gewahrsam befindet, könnte gegen den Waffenhändler Victor Bout ausgetauscht werden. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf ungenannte Regierungsvertreter. Entsprechende Gespräche sind bereits im Gange.

Bout, im Volksmund als „Händler des Todes“ bekannt, wurde 2008 in Thailand festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Dort wurde er im April 2012 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Gericht in New York entschied, dass er beabsichtige, Waffen an Rebellen in Kolumbien zu schmuggeln, um sie gegen US-Bürger einzusetzen.

Griner befindet sich seit Februar in russischer Haft, nachdem Beamte des Moskauer Flughafens angeblich Cannabisöl in ihrem Gepäck gefunden hatten. Die 31-Jährige wurde festgenommen, als sie versuchte, nach einem Spiel in Russland in die USA zurückzukehren. Gerade wurde ihre Untersuchungshaft um einen weiteren Monat verlängert. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.

Die Festnahme der zweifachen Olympiasiegerin und offen lesbischen Frau wurde erst nach zwei Wochen, am 5. März, öffentlich bekannt. Inzwischen hatte Russland seinen Militäreinsatz in der Ukraine begonnen. In der Folge verhängten die USA und andere westliche Staaten umfangreiche Sanktionen gegen Moskau und leiteten militärische Unterstützung für Kiew ein.

US-Beamte haben wiederholt gesagt, dass sie zu Unrecht festgenommen wurde und freigelassen werden sollte. Nach Angaben des US-Außenministeriums nahm ein Konsularbeamter an der jüngsten Anhörung in der Stadt Khimki vor den Toren Moskaus teil und konnte auch mit Griner sprechen. Ihr gehe es „so gut, wie es unter extrem schwierigen Umständen zu erwarten ist“. Griners Fall wird Berichten zufolge jetzt von einer Sonderabteilung des Außenministeriums bearbeitet. Das Büro des Sondergesandten des Präsidenten für Geiselangelegenheiten ist darauf spezialisiert, bei der Freilassung von Amerikanern zu helfen, die im Ausland als Geiseln gehalten oder zu Unrecht festgehalten werden.

Ähnliche Verhandlungen hatten bereits im April zu einem Austausch geführt. Trevor Reed, ein US-Bürger und ehemaliger Marine, wurde aus dem Gefängnis in Russland entlassen, wo er eine neunjährige Haftstrafe wegen Körperverletzung verbüßte. Im Gegenzug ließen die USA den wegen Drogenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilten russischen Piloten Konstantin Jaroschenko frei.

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