Freitag, Juni 24, 2022
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Deutsche Zentralpartei: Der frühere AfD-Chef Meuthen wechselt zu einer neuen Partei

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Der frühere AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen ist der Christlichen Mitte beigetreten. In der Vergangenheit haben diejenigen mit radikalen Abtreibungskampagnen Aufmerksamkeit erregt. Was machst du da?

Der frühere AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen ist der christlich geprägten Deutschen Zentrumspartei (DZP) beigetreten. „Das ist die Deutsche Zentrumspartei, der ich seit ein paar Tagen angehöre“, sagte er heute exklusiv gegenüber ZDF. Und dann:

Sehen Sie sich das vollständige Interview oben an.

In der Bundespolitik spielt die DZP keine Rolle, sie hat nach eigenen Angaben nur rund 300 Mitglieder und ebenso viele Follower auf Twitter.

Zentrumsfunktionäre bekleiden kommunale Mandate und – wie der frühere AfD-Mitglied Uwe Witt zu ihren Gunsten übergelaufen ist – ein einziges Bundestagsmandat. Jörg Meuthen soll damit in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden. Stattdessen dürfe die Partei nicht „als Bezirksliga vertreten“ werden.

Die DZP wurde 1870 gegründet und spielte als katholische Stimme im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik eine wichtige Rolle. Konrad Adenauer war Mitglied des Zentrums, aber nach 1945 wurde die Partei von der CDU aus den Wahlen verdrängt.

Ob er die Partei künftig führen werde, ließ er offen. Zunächst will er einfaches Mitglied werden.

Die Partei passe zu ihm, „weil ich selbst ein religiöser Mensch mit klarem Gottesbezug bin und den Gottesbezug auch für sinnvoll halte“. Dabei wird ignoriert, dass Meuthen gegen die Flüchtlinge hetzt und vom „marokkanischen Nafris-Netzwerk“ gesprochen hat.

Meuthens neue Partei hat in der Vergangenheit gegen Abtreibungen gekämpft. Vor einigen Jahren sorgte sie mit Flyern für Aufsehen, die auf den ersten Blick wie Pizzawerbung aussahen. Bei näherer Betrachtung wurden jedoch zerstückelte Föten gefunden mit der Beschreibung: „Durch Aspiration geschlachtet“. Gehört Meuthen bald zu den provokativen Abtreibungsgegnern?

Am Recht auf Abtreibung ändere das aber nichts, sagte Meuthen. Aktionen wie Flyer sind „weg“ und werden es in Zukunft nicht mehr geben.

Auch ist es nicht ganz einfach, die aktuellen DZP-Positionen herauszufinden. Ihr dreiseitiger Grundplan, der inzwischen von ihrer Website verschwunden ist, liest sich wie allerlei christlicher Kram, ist aber keineswegs konkret. Damit werden „christliche Grundsätze für Staat und Gesellschaft“ und eine „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ betont.

Es scheint auch, dass die Zentrumspartei die EU verlassen will, aber es ist nicht genau klar, weil sie nur „den konföderalen Zusammenschluss Europas durch die souveränen Staaten“ bejaht.

Meuthen trat als Chef der AfD zurück und verließ die Partei unter Medienberichterstattung im Januar. Er wollte nicht länger ihren Weg gehen. Wahr ist aber auch, dass sie seit Jahren den Rechtsruck unterstützt und sich zunächst an Demonstrationen beteiligt hat, die von rechten Sympathisanten des inzwischen aufgelösten „Flügels“ organisiert wurden.

Meuthen dürfte sich einigen ehemaligen AfD-Vorsitzenden anschließen, die nach und nach im politischen Nirwana versunken sind: Bernd Lucke und Frauke Petry haben es mit ihren eigenen Parteien versucht, beide sind gescheitert. Meuthen klammert sich nun an eine bestehende. Er behält seinen Sitz im Europäischen Parlament. Aktualisieren Sie damit das DZP.

Wird die DZP nun zu einer Art Einzugsgebiet für ehemalige AfD-Mitglieder? Der Bundestagsabgeordnete Witt war bereits zur DZP gewechselt, nun folgt Meuthen. Dazu sagt er:

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