Mittwoch, Februar 8, 2023
StartNACHRICHTENDeutschland liefert Leopard 2 A Befreiung, auch für Scholz

Deutschland liefert Leopard 2 A Befreiung, auch für Scholz

- Anzeige -


Na dann: Deutschland beliefert die Ukraine mit Kampfpanzern vom Typ Leopard 2. Sie werden in Kiew mit Spannung erwartet, aber sie allein werden noch keine Wende im Krieg herbeiführen – aber weitere aus anderen Ländern dürften folgen. Scholz kann aber auch durchatmen. Allerdings nur wenig.

Dass es so schnell ging, kam überraschend: Am frühen Abend kam die Nachricht, dass Deutschland doch Leopard-2-Panzer in die Ukraine liefern würde. Zunächst nur 14 Stück, aber immerhin die sehr moderne Variante 2A6, nicht wie bisher erwartet der viel ältere 2A4.

Das ist befreiend für die Ukraine. Denn auch wenn 14 Panzer auf dem Schlachtfeld keinen großen Unterschied machen werden – diese Entscheidung ist ein Signal. Denn es geht einher mit der Erlaubnis für andere Länder wie Polen oder Finnland, Leoparden zu entsenden. Es gibt mehr als 2000 Leopard-Panzer in Europa, daher scheint es durchaus möglich, dass die 300 Exemplare zusammenkommen, auf die Kyiv hofft. Vor allem kann zeitnah mit dem Training begonnen werden, sodass vielleicht schon im Frühjahr die ersten Panzer zum Einsatz kommen können. Denn dann wird eine russische Offensive befürchtet.

Natürlich sendet auch Bundeskanzler Olaf Scholz ein Zeichen der Entschlossenheit, ein Signal nach Kiew, dass die Deutschen das Land nicht verlassen werden. Dass es ernst ist, die Ukraine mit allem zu unterstützen. Mit allem, was sie braucht. Aber – wie knapp war das!

Denn Deutschland hatte zum Zeitpunkt dieser Entscheidung viel Vertrauen verloren. Das ist der Schaden, den die Panzerdebatte angerichtet hat – CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter ist nicht der einzige, der die Entscheidung begrüßt, findet sie aber „viel zu spät“, wie er gegenüber The Aktuelle News sagt. Auch die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagt, die Entscheidung sei „hart“ gewesen und habe „viel zu lange gedauert“.

Die Bundesregierung hat wirklich nicht die Führung übernommen. Deutschland als führende Macht in Europa? Ein von den USA unabhängigeres Europa? Solche Behauptungen verkommen zu Klischees für Sonntagsreden.

Man muss Scholz zugestehen, dass er sich am Ende sogar durchgesetzt hat – gegen die USA. Seine Regierung behauptete, Scholz habe Biden nicht gebeten, Abrams-Panzer zu liefern. Doch nachdem die US-Regierung durchsickern ließ, dass sie nun dazu bereit sei, dauerte es nicht lange, bis aus kommunalen Regierungskreisen bekannt wurde, dass Deutschland tatsächlich liefern werde. In Washington dürfte man sich über dieses Manöver nicht freuen. War es das wert?

Diejenigen, die es mit Scholz gut meinen, interpretierten es so: Er wolle dafür sorgen, dass nicht nur deutsche Panzer gegen Russland rollen, denn das wecke extrem schlechte Erinnerungen und könne in Russland als besondere Provokation gewertet werden. Könnte der russische Präsident Wladimir Putin dann nicht Deutschland zum Hauptfeind machen? Wären die Amerikaner mit eigenen Panzern da, wäre die Gefahr geringer. Das sagen zumindest die Gedankenspiele von außen. Denn Scholz wollte nicht groß über seine Gedanken reden. Es blieb beim bekannten Mantra: Helfen ja, aber nicht alleine, nicht Kriegspartei werden.

Trotz der Entscheidung, jetzt zu liefern und nicht erst in zwei, drei oder vier Wochen, gibt Scholz ein wenig Luft zum Verschnaufen. Die große Kritik wird nun abflachen. Die Regierungsbefragung an diesem Mittwoch im Bundestag wird kein Spießrutenlauf. Die Verbündeten werden aufatmen.

An diesem Dienstagabend gab es also nicht nur eine Befreiung für die Ukraine, sondern auch für die Bundeskanzlerin. Wenn auch nur ein kleiner. Jubel wird jetzt nicht ausbrechen. Das Image des Bremsers und Zauderers, der sich nur unter größtem Druck bewegt, wird Scholz so schnell nicht los.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare