Dienstag, Januar 31, 2023
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Die Basis droht zusammenzubrechen Deutschland gerät beim Bildungsausbau ins Hintertreffen

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In den letzten zwei Jahrzehnten hat es in Europa eine starke Bildungsexpansion gegeben – aber Deutschland ist hier kein Vorreiter. Es fehlt an Fördermöglichkeiten für leistungsstärkere junge Menschen und an schnellen Integrationsprogrammen für Zuwanderer.

Laut einer IW-Studie schneidet Deutschland beim Thema Bildung im europäischen Vergleich noch gut ab – droht aber abzufallen. „Deutschland hat den Anschluss an die sehr dynamische Bildungsexpansion in Europa in den letzten Jahren gewissermaßen verloren“, heißt es in einer Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Im Hinblick auf die veränderten Anforderungen an die Belegschaft durch die Digitalisierung ist besonders kritisch, dass der Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss tendenziell zunimmt. Auf der einen Seite muss die Politik mit pädagogischen Maßnahmen gegensteuern – etwa mit einer frühzeitigen Förderung von Kindern, die sonst zurückbleiben könnten. Darüber hinaus sollen leistungsstärkeren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen maßgeschneiderte Bildungsangebote zur Verfügung gestellt werden.

Die Kompetenzen, die in einer zunehmend digitalisierten Arbeits- und Lebenswelt immer wichtiger werden, müssten gezielt vermittelt werden. Andererseits sollte die Zuwanderungspolitik sicherstellen, dass Zuwanderer wie Kriegsflüchtlinge ohne Qualifikation so schnell wie möglich unterstützt werden.

„In den letzten zwei Jahrzehnten hat es in Europa eine starke Bildungsexpansion gegeben, die besonders durch große Veränderungen in den südeuropäischen Ländern unterstützt wurde.“ Deutlich weniger dynamisch verlief dagegen die Entwicklung in Deutschland, so dass der Anteil der Geringqualifizierten im Alter zwischen 25 und 34 Jahren im Jahr 2021 mit 14,6 Prozent nur unwesentlich unter dem EU-Durchschnitt von 14,8 Prozent liege, erklärte das IW. Zudem ist der Anteil der Hochqualifizierten mit 35,7 Prozent gegenüber 41,2 Prozent deutlich geringer.

Allerdings räumte das Institut ein, dass hier das duale System berücksichtigt werden müsse. „Behält man die Sonderstellung der Berufsausbildung in Deutschland im Auge und betrachtet alle Menschen mit einem tertiären oder sekundären Berufsabschluss zusammen, lag der Anteil in Deutschland mit 77,0 Prozent immer noch deutlich über dem EU-Durchschnitt von 73,4 Prozent.“ Aktuelle Statistiken signalisierten jedoch, dass Deutschland ins Hintertreffen geraten könnte. Mit dem Ausscheiden der besonders geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer wird sich die Ausgangslage für die deutsche Wirtschaft in absehbarer Zeit grundlegend ändern, wie die IW-Experten betonten.

Die seit Jahren wachsende Erwerbspersonenbasis dürfte deutlich einbrechen. Ende 2021 lebten in Deutschland rund 12,8 Millionen Menschen zwischen 55 und 64 Jahren, während die Zahl der 15- bis 24-Jährigen nur 8,4 Millionen betrug. Eine starke Zuwanderung könnte diese Lücke spürbar schließen und eine stärkere Teilhabe beispielsweise von Frauen oder älteren Menschen helfen. Dennoch dürfte der Fachkräftemangel erheblich sein.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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