Sonntag, August 14, 2022
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Die Deutschen sehen sich das EM-Endspiel in Rekordzahlen an, wissen aber, dass Reformen erforderlich sind, um mit England Schritt zu halten

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Der neunte Titel erweist sich für die dominierenden Deutschen als schwer fassbar, da sie Englands WSL-Investition mit Neid betrachten

MAGDEBURG, DEUTSCHLAND – Deutschland ist besiegt Fußballer trafen am Montagnachmittag wieder in Frankfurt, der Heimat des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ein, wo sie im Rathaus der Stadt empfangen wurden.

„Diese Spielergruppe hat dem Fußball in den vergangenen Wochen so viel gegeben“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Wir haben den Beginn von etwas Großem gesehen.“

Nach acht gewonnenen Europameisterschaften hatte das Team von Martina Voss-Tecklenburg gehofft, den neunten Platz feiern zu können, aber trotz des Ausgleichstreffers von Lina Magull in der zweiten Halbzeit in Wembley sollte es nicht sein. Trotzdem kamen rund 7.000 Fans nach Frankfurt, um das Team zu feiern.

„Es ist überwältigend, wir haben nicht mit so vielen Menschen gerechnet“, sagte Magull auf dem Balkon und kämpfte mit den Tränen. „Seit gestern schwanken wir zwischen Enttäuschung und Stolz. Aber jetzt ist es nur noch purer Stolz.“

Für Deutschland war die Euro 2022 eine Geschichte dessen, was hätte sein können. Was wäre, wenn Kapitänin Alexandra Popp, die in jeder Runde getroffen hatte, darunter auch zweimal im Halbfinale gegen Frankreich, sich im Aufwärmen nicht eine Muskelverletzung zugezogen hätte?

„Popp war in überragender Form und hätte mit ihrer Präsenz etwas bei unseren Gegnern ausgelöst“, sagte Voss-Tecklenburg. „Aber eine Entscheidung dieser Größenordnung zu treffen [to pull out] verdient Respekt.“

Und was wäre, wenn Deutschland nach einem Handspiel der englischen Kapitänin Leah Williamson im Strafraum in der ersten Halbzeit einen Elfmeter bekommen hätte?

„Das müssen sie erkennen“, sagte Voss-Tecklenburg, als ihr das Filmmaterial in Vollzeit gezeigt wurde. „Aber dem wollen wir nicht alles anlasten.“

Deutschlands Boulevardmedien waren weniger diplomatisch, BILD Zeitung schreit: „Der neue Wembley-Betrug! Video-Schiedsrichter verweigert uns klare Strafe!“ Begleitet wurde die Schlagzeile von einer Nahaufnahme des Balls, der Williamsons erhobenen Arm traf, der mutmaßliche Tatort dramatisch in Rot eingekreist.

Geoff Hursts berühmt-berüchtigtes Tor-was-kein-Tor im Jahr 1966 nimmt in der deutschen Fußball-Folklore immer noch einen herausragenden Platz ein. Und für die ewig Empörten BILDdie Geschichte hatte sich wiederholt.

Dennoch wäre es falsch, solche Sensationsgier als repräsentativ anzusehen; Die Mehrheit der Reaktionen in Deutschland war voll des Lobes für die englische Mannschaft, die englischen Fans und das gesamte Turnier.

„England hat die letzte Prüfung mit Bravour bestanden“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung (TUT) Flugblatt der neuen Europameister. „Das englische Publikum demonstrierte seinen Fairplay-Gedanken und applaudierte allen Teilnehmern. Dieses Turnier wurde bis zum Schluss mit Klasse und Stil gespielt.“

Trotz der Enttäuschung könnte die Euro 2022 ein Wendepunkt für den Frauenfußball in Deutschland sein, nachdem ein Rekord von 17,9 Millionen Zuschauern im öffentlich-rechtlichen Sender ARD zu sehen war.

„Noch nie war die Qualität so hoch“, schrieb das beliebte Fußballmagazin 11 Freunde. „Mehr Tore, mehr Taktik; Der Frauenfussball entwickelt sich, wie dieses Turnier gezeigt hat.“

Dennoch wird auch anerkannt, dass Deutschland zwar den Frauenfußball in den letzten Jahrzehnten dominiert hat, aber ins Hintertreffen geraten ist – insbesondere gegenüber England.

Während Englands Women’s Super League (WSL) mit ihren Multi-Millionen-Pfund-Sponsoring- und Sendeverträgen dazu beigetragen hat, den Sport zu professionalisieren, ist Deutschlands Bundesliga der Frauen bleibt etwas zurück.

Bayern München und Wolfsburg bleiben in der europäischen Elite, unterstützt von finanziell starken Männerklubs, aber traditionelle Frauenklubs wie SC Sand und Turbine Potsdam haben zunehmend zu kämpfen.

„Der Frauenfußball in Deutschland hat noch Luft nach oben“, schrieb der TUT.

„Vielerorts fehlt es noch an professioneller Infrastruktur. Bundesligaplätze ohne Flutlicht, Erstligisten mit schlechten Sanitäranlagen und einige Spieler müssen noch Benzingeld beantragen. So sieht ein erstklassiges Umfeld nicht aus.“

Nach einer Erhöhung der Prämien konnten Deutschlands Frauen mit einem Sieg in Wembley jeweils 60.000 Euro verdienen. Die Männer hingegen hätten jeweils 400.000 Euro erhalten, wenn sie die Euro 2020 gewonnen hätten.

„Das ganze Land hat diese Mannschaft in den vergangenen Wochen ins Herz geschlossen, das wird nachhaltig wirken“, sagte DFB-Präsident Neuendorf.

Aber es liegt an ihm, dafür zu sorgen, dass dieser Effekt wirklich eintritt. Deutschlands Fußballer verdient es.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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