Dienstag, August 16, 2022
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Die Gasturbine ist laut Scholz jederzeit lieferbar

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Die von Russland angeforderte Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 lagert in Deutschland. Es könne aber „jederzeit“ geliefert werden, sagt Bundeskanzler Scholz. Er wirft Gazprom vor, mit den reduzierten Gaslieferungen ein falsches Spiel zu spielen.

Bundeskanzler Olaf Scholz warf Russland indirekt vor, Vorwände für ausbleibende Gaslieferungen zu verwenden. Die Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 sei jederzeit einsetzbar und ablieferbar, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch beim Energietechnikkonzern Siemens Energy in Mülheim an der Ruhr. Dort wird die Maschine auf ihrem Weg von Kanada nach Russland zwischengelagert.

„Die Turbine ist da, sie kann geliefert werden, es muss nur jemand sagen, ich will sie haben, dann ist sie ganz schnell da“, betonte Scholz. Dem Gastransport durch Nord Stream 1 steht dann nichts mehr im Wege. „Keiner der angeführten technischen Gründe ist sachlich erklärbar“, sagte die Kanzlerin.

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 gedrosselt. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit der fehlenden Turbine. Er ist wichtig, um den nötigen Druck aufzubauen, um das Gas durchzupumpen. Gazprom warf seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vor, nicht die notwendigen Unterlagen und Informationen zur Reparatur der Maschine geschickt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe zurück.

Scholz betonte, dass es keine Gründe gebe, warum die Turbine nicht geliefert werden könne. Es ist nicht nur in einwandfreiem Zustand, es gibt auch keine Gassanktionen gegen die Verwendung. Angesichts des russischen Krieges in der Ukraine müsse man sich aber darüber im Klaren sein, „dass immer irgendwelche vorgeschobenen Gründe vorgebracht werden können, die dazu führen, dass etwas nicht funktioniert“, sagte die Kanzlerin.

Auch die Bundesregierung erwägt laut Scholz eine etwas längere Nutzung der Atomkraft. Die Kraftwerke seien „nur für die Stromerzeugung relevant und nur für einen kleinen Teil davon“, sagte Scholz in Mülheim an der Ruhr. „Aber es kann trotzdem Sinn machen.“ Er verwies auf den „unterschiedlichen“ Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Bundesländern. „Sie wissen, dass gerade in Bayern der Ausbau der Windenergie nur langsam vorankommt.“ Der Ausbau der Übertragungsnetze im Süden sei „nicht so schnell vorangekommen wie geplant“. All dies muss berücksichtigt werden.

Vor einer Entscheidung solle aber zunächst das Ergebnis des aktuellen erneuten Stresstests zur Energieversorgung abgewartet werden, sagte Scholz. Er wies auch darauf hin, dass die Gasspeicher in Deutschland derzeit besser gefüllt seien als in den Vorjahren und die geplanten neuen Flüssiggasterminals ab Ende des Jahres in Betrieb gehen sollen. Damit werden Deutschlands Möglichkeiten für Gasimporte unabhängig von Russland deutlich verbessert.

Wegen der Befürchtung eines Stopps der russischen Gaslieferungen fordern vor allem FDP und Union eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten. Nach geltendem Atomrecht müssten die drei noch am Netz befindlichen Kraftwerke Ende Dezember vom Netz genommen werden. Bisher sind vor allem SPD und Grüne skeptisch. Einen zumindest vorübergehenden Weiterbetrieb im Krisenfall wollten die Grünen nicht mehr generell ausschließen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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