Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTENDie Inflation in Großbritannien steigt auf 9,1 Prozent

Die Inflation in Großbritannien steigt auf 9,1 Prozent

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Die Verbraucherpreise in Großbritannien stiegen im Mai erneut auf den höchsten Stand seit 40 Jahren. Arbeitern im Land drohen wegen der Brexit-Folgen weitere Lohnkürzungen.

Hohe Kraftstoff- und Lebensmittelpreise ließen die britische Inflation im Mai auf 9,1 Prozent steigen. Das teilte das Office for National Statistics (ONS) in London mit. Es ist die höchste Inflationsrate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997. Laut ONS könnte die Inflation 1982 höher gewesen sein.

Im April waren die Preise bereits um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. „Wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente, um die Inflation zu senken und steigende Preise zu bekämpfen“, sagte Finanzminister Rishi Sunak zu den neuen Zahlen. „Wir können durch eine unabhängige Geldpolitik, eine verantwortungsbewusste Finanzpolitik, die den Inflationsdruck nicht erhöht, und die Steigerung unserer langfristigen Produktivität und unseres Wachstums eine stärkere Wirtschaft aufbauen.“

Um den Preisdruck zu mildern, hat die Bank of England in der vergangenen Woche zum fünften Mal innerhalb von sieben Monaten ihren Leitzins angehoben. Er liegt jetzt bei 1,25 Prozent. Damit dürfte die Inflationsrate mittelfristig wieder auf das von den Währungshütern vorgegebene Zwei-Prozent-Ziel zurückkehren. Allerdings rechnet die Notenbank vorerst mit weiter steigenden Preisen: Für Oktober etwa rechnet sie mit einer Inflationsrate von elf Prozent.

Solch hohe Inflationsraten belasten insbesondere die Beschäftigten, die hohe Reallohneinbußen hinnehmen müssen. Im Fall von Großbritannien gibt es nun auch negative Effekte aus dem Brexit.

Laut einer Studie der Denkfabrik Resolution Foundation und der London School of Economics (LSE), über die The Guardian berichtet, hat der Austritt aus der EU die Wirtschaftsleistung Großbritanniens beeinträchtigt. Demnach müssen Beschäftigte bis 2030 durch den Brexit mit einem durchschnittlichen jährlichen Lohnausfall von mehr als 470 Pfund Sterling rechnen. Das entspräche einem inflationsbereinigten Minus von 1,8 Prozent. Grund ist laut Studie die durch den EU-Austritt verringerte Wettbewerbsfähigkeit der britischen Exportindustrie.



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